Hinter den Kulissen der Zeitplanerin
Jeden Monat ein Magazin, jeden Montag eine Podcast-Folge, alle zwei Wochen Coworking, ab und zu Instagram-Posts, Workshops, Challenges und die Discord-Community. Die Zeitplanerin ist in den vergangenen 5 Jahren mächtig gewachsen. Und ihr habt euch einen Blick hinter die Kulissen gewünscht. Also nehme ich euch heute mit durch einen ganz normalen Zeitplanerin-Monat.
Uff, das war knapp! Es ist der letzte Tag des Monats, 23:13 Uhr, und ich habe soeben in meinem Brevo-Cockpit auf „versenden“ geklickt. Jetzt ist die Mail mit dem neuesten Zeitplanerin-Magazin auf dem Weg zu knapp 1300 Menschen. Und ich hänge in der seltsamen Phase zwischen totaler Erschöpfung und rastloser „Was mache ich denn jetzt?“-Energie fest. Warum ich das Magazin jeden Monat wieder auf den allerletzten Drücker fertig mache, ist mir ein Rätsel. Die Veröffentlichungstermine kommen nicht unerwartet und ich weiß, wie viel Zeit das Schreiben, Layouten und Korrektur lesen lassen braucht. Aber mein Gehirn sagt einfach wochenlang: „Nö!“, um dann in den letzten 2 Wochen des Monats Nachtschichten anzuordnen.
Monatsanfang: Magazin-Texte weiter verarbeiten
Aber lass uns am Anfang beginnen. Wir machen einen kleinen Zeitsprung zurück zum Anfang des aktuellen Monats. Das letzte Magazin ist versandt und eigentlich hat mein Gehirn keine große Lust mehr, sich weiter mit den Themen daraus zu beschäftigen. Aber wir sind noch nicht fertig. Die 3 großen Geschichten der letzten Ausgabe müssen noch zu Podcast-Folgen und Blog-Posts verarbeitet werden.
Podcast-Aufnahme beginnt
Der Plan – jeden Monat wieder – ist, alle Podcast-Folgen auf einmal aufzunehmen und vorzuplanen. Spart Zeit und Aufwand. Aber im letzten Jahr hat das nur selten geklappt. Meistens fällt mir Sonntagabend ein, dass ich den Podcast für den nächsten Tag noch nicht aufgenommen habe.
Zum Glück sind sie zumindest Wochen im Voraus geplant. Ich trage nämlich alle Podcastfolgen mit der Episoden-Nummer und dem Thema in meinen Google-Kalender ein. Heute, am Sonntagabend, muss ich also nur nachsehen, was am Montag veröffentlicht werden soll.
Dann öffne ich das Manuskript, ein simples Word-Dokument. Alle Magazin-Texte entstehen erstmal als Word-Dokument. Das hat mehrere Gründe:
- Ich kann den Text im Ganzen runterschreiben. Würde ich direkt in Canva im Magazin schreiben, müsste ich das Schreiben ständig unterbrechen, um das Layout zu erweitern.
- Ich nutze die Rechtschreibkorrektur, die Canva nicht hat.
- Wenn ich den Text aus dem Worddokument später in den Editor von WordPress kopiere, um daraus einen Blogpost zu machen, werden alle Formatierungen und Verlinkungen einfach übernommen. Das spart enorm viel Zeit
- Für die Podcastfolgen lässt sich ein Word-Dokument leichter ablesen als das Magazin.
Für die Podcast-Folge lese ich jetzt wirklich einfach das Manuskript vor. Du kannst also alle großen Beiträge, die du im Magazin liest, ein paar Wochen später auch im Podcast nachhören. Oft fällt mir beim Vorlesen hier und da noch eine Ergänzung, ein Beispiel, eine Anekdote ein. Aber im Großen und Ganzen sind Magazin-Text und Podcast-Folge identisch.
Podcast-Technik
Die Podcast-Technik: Ich habe inzwischen zwei Mikrofone. Das große, sauschwere, aber auch sehr gute Samsung G-Track Pro und das kleine Ansteckmikrofon Moman C2. Das große macht den etwas besseren Klang. Trotzdem benutze ich es kaum noch. Es ist unhandlich, nimmt viel Platz auf meinem Schreibtisch weg und ich muss davor sitzen bleiben, um ordentlich aufzunehmen.
Heute nutze ich vor allem das kleine Mikro. Damit kann ich in meinem Stuhl rumturnen oder mich auch während der Aufnahme mal hinstellen. Du hörst das (hoffentlich) nicht, aber mir tut das gut. Außerdem kann ich das Mikro auch leicht mitnehmen und unterwegs eine Folge aufnehmen.
Dabei ist das Mikro eigentlich kein Mikro, sondern eine Funkstrecke. Das bedeutet, du hast zwei kleine „Kästchen“- eins, an das du den Puschel, den sogenannten Ploppschutz, oder ein Ansteckmikro anschließen kannst. Ich benutze das ohne Ansteckmikro, stecke einfach den Puschel auf und nehme dann das Kästchen, also den Sender, direkt in die Hand. Das zweite Kästchen ist der Empfänger. Der wird mit einem simplen USB-C-Kabel direkt in den Laptop eingestöpselt und ist mit einem Funksignal mit dem Sender, also dem Mikro, verbunden.
Aufnahme mit Audacity
Auf dem Rechner starte ich Audacity, eine kostenlose Ton-Schnittsoftware, und wähle dort unter „Wiedergabegerät“ meine Funkstrecke aus. Bevor die Aufnahme losgehen kann, importiere ich mein Podcast-Intro. Das sind die ersten 30 Sekunden, die du zu Beginn jeder Folge hörst und die immer gleich sind.
Fun Fact: Das Intro habe ich im Januar 2021 aufgenommen, als der Podcast noch ganz neu war, und seitdem nicht mehr geändert. Inzwischen frage ich mich manchmal, ob es nicht Zeit für ein neues Intro wäre, denn meine Ausrichtung hat sich in den vergangenen 5 Jahren ja doch sehr geändert… Wenn du dazu eine Meinung hast, schreib mir gern eine Mail dazu!
Dann öffne ich eine neue Spur, drücke auf Aufnahme und los geht’s!
Ist das Manuskript eingelesen, importiere ich die Zeitplanerin-Musik und unterlege damit die letzten paar Minuten der Folge. Dafür reduziere ich die Lautstärke der Musik auf -20, lasse sie über „Effekte“ in Audacity ein- und ausblenden und bin (fast) fertig. Jetzt fehlt nur noch der langweilige Teil:
- Audacity-Projekt speichern. Das ist nur zur Sicherheit, falls beim Export in das Podcast-Format etwas schief geht.
- Meta-Daten eintragen. Das sind die Daten, die in der Ton-Datei gespeichert werden und die Suchmaschinen-Bots und die Podcast-Anbieter auslesen können. Die sind wichtig, aber mich nervt es wahnsinnig, die zu pflegen.
- Datei in ein Format exportieren, das die Podcast-Plattformen lesen können. Ich exportiere in das mp3-Format.
Folge hochladen und vorplanen
Ich hoste meinen Podcast über podcaster.de. Im Gegensatz zu anderen Plattformen kostet das zwar etwas (ich hab das günstigste Paket für 5 Euro im Monat), aber dafür sitzt podcaster.de in Deutschland und das bedeutet, dass die Plattform die rechtlichen Anforderungen z.B. der DSGVO erfüllt. Das war mir wichtig, weil ich auf der sicheren Seite sein, aber nicht viel Aufwand dafür betreiben wollte.
Bei podcaster.de lege ich jetzt eine neue Episode an und lade meine Vorlage für die Shownotes. Damit sind das Cover und die Links, die ich in alle Shownotes einfüge, schon vorausgefüllt. Ich muss nur noch die Beschreibung anpassen – dafür kopiere ich meist einfach den Vorspann des Magazin-Manuskripts – die Episodennummer und den Titel eingeben und die Ton-Datei hochladen. Veröffentlichungsdatum eingeben – im aktuellen Fall also morgen früh. Speichern. Fertig.
Ganz am Anfang habe ich auf podcaster.de einmal die Verteilung des Podcasts auf alle möglichen anderen Plattformen freigeben. Das war ein ziemlicher Krampf und hat ewig gedauert. Aber weil das geklappt hat, kannst du den Zeitplanerin-Podcast jetzt zum Beispiel bei Apple Podcast, Spotify, Deezer, Amazon Music und zahllosen kleineren Anbieter finden, hören und abonnieren.
Magazin-Texte verbloggen
An diesem Sonntagabend passiert dann nichts weiter. Aber auf meiner To-Do-Liste starrt mich „Magazin-Texte verbloggen“ in den nächsten Tagen vorwurfsvoll an. Ein paar Tage kann ich das ignorieren. Aber irgendwann gebe ich grummelig nach und öffne alle Manuskripte der letzten Ausgabe. Schon wieder.
Dann logge ich mich in das Backend meiner Website ein, also in WordPress, und lege neue Beiträge an. Und jetzt heißt es: kopieren – einfügen – prüfen – korrigieren (Formatierung und Layout-Besonderheiten wie farbig unterlegte Abschnitte) – für Suchmaschinen optimieren.
Und vor allem der letzte Teil ist so unendlich öde, dass ich das Gefühl habe, mein Hirn löst sich auf und läuft mir aus den Ohren vor Langeweile.
Deshalb starte ich spätestens jetzt entweder einen Podcast, ein Hörbuch oder ein Reddit-Stories-Video auf Youtube, um mich abzulenken.
Die Suchmaschinenoptimierung hat denselben Zweck wie die Veröffentlichung als Blogpost an sich: Beides sorgt dafür, dass Google und Co die Website zeitplanerin.de als findenswert einstufen und möglichst weit oben anzeigen, wenn jemand nach Themen zum Zeit- und Selbstmanagement sucht.
Suchmaschinenoptimierung
Hier jetzt SEO (Search Engine Optimization, also Suchmaschinenoptimierung) in Gänze zu erklären, würde jeden Rahmen sprengen. Und ich kann das auch nicht, denn ich kratze mit meinem Wissen maximal an der Oberfläche. Aber ein Kriterium für ein hohes Ranking in den Suchmaschinen ist zum Beispiel, dass sich auf der Website regelmäßig etwas ändert. Und da ich nicht weiß, ob Google die Magazin-PDFs als etwas Neues erkennt und deren Inhalte als Suchergebnis anzeigen kann, gehe ich auf Nummer sicher und poste die großen Beiträge auch noch mal als Blogposts.
Die Suchmaschinenoptimierung der einzelnen Posts mache ich mit Yoast, das ist ein Plugin, das man in WordPress installieren kann und das meinen Text prüft. Dafür gebe ich ein Keyword ein, das beschreibt, worum es in dem Text geht (die richtigen Keyword zu finden, ist übrigens schwerer als es klingt!). Yoast prüft dann, ob es oft genug im Text vorkommt, ob es in den Überschriften und im ersten Abschnitt auftaucht, aber auch, ob ich Verlinkungen im Text habe, die Abschnitte nicht zu lang sind usw. Das sind alles Faktoren, die Google und Co mögen. Sind die gut genug erfüllt, zeigt mir Yoast eine grüne Ampel.
Titelbild gestalten
Jetzt noch Schlagworte und Blogkategorie festlegen und das Titelbild hochladen. Dafür springe ich kurz zu Canva und öffne ein altes Titelbild. Das kopiere ich nur, denn so habe ich ganz sicher das richtige Format und muss nicht dreimal umbauen. Dann suche ich in der Canva-Fotodatenbank ein Bild, das thematisch zum Blogpost passt und ästhetisch zum Zeitplanerin-Stil (also alles außer beige oder schwarz-weiß). Das ziehe ich in die Vorlage, füge an eine passenden Stelle mein Logo ein und exportiere das Bild als .png-Datei, die ich in WordPress einfach hochladen kann.
Damit ist der Blogpost fertig und ich könnte ihn direkt veröffentlichen. Aber wir nehmen einfach mal an, dass ich das nicht ewig vor mir hergeschoben habe und die letzte Veröffentlichung deshalb noch nicht so lange her ist. Dann plane ich die Veröffentlichung einfach vor, indem ich WordPress sage, wann es den Artikel online stellen soll. So muss ich mich um nichts mehr kümmern.
Monatsmitte: Zeit für Planung
Uff, wenn die Blogposts online sind, bin ich erstmal erledigt und hab keine Lust auf langen Content. Wenn ich Zeit, Ideen und Motivation finde, gestalte ich jetzt ein paar Instagram-Posts. Aber die Monatsmitte nutze ich vor allem, um das nächste Magazin zu planen. Welche Themen will ich aufnehmen? Was passt wie am besten zusammen, so dass die Ausgabe schön abwechslungsreich wird? Welche Termine oder Erfolge will ich zusätzlich teilen?
Magazinplanung im Bullet Journal und in TickTick
Diese Planung mache ich im Bullet Journal. Aber sie fußt auf diesem seeeeeeeeeeeeeeeehr vollen Kanban-Board, das ich in TickTick führe. Immer, wenn ich eine Idee habe – oder ihr etwas vorschlagt – kommt das in dieses Content-Board.

Manchmal ignoriere ich das, weil ich schon konkrete Ideen für die nächste Ausgabe habe, die ich unbedingt umsetzen will, aber in der Regel brauche ich mindestens für einen Text zusätzliche Inspiration aus dem Board.
Ganz grob hat jedes Magazin jeweils einen Beitrag aus diesen drei Kategorien:
- Zeitmanagement und Selbstorganisation allgemein
- Persönliche Erfahrungen von mir
- Bullet Journal
Und gerade für die Bullet Journal Beiträge fällt es mir in letzter Zeit echt schwer, Themen zu finden. Wenn du da also Ideen, Fragen oder konkrete Anregungen hast, schick mir bitte unbedingt eine Mail. Und auch, wenn du dir anderen Kategorien wünscht, zu denen regelmäßig Texte im Magazin erscheinen sollen, freue ich mich, wenn du sie mit mir teilst.
Prokrastination
Theoretisch wäre jetzt, unmittelbar nach der Planung, ein guter Zeitpunkt, mit dem Schreiben zu beginnen. Der perfekte Zeitpunkt sogar. Du darfst gern mal raten, wie oft ich den tatsächlich nutze!
Die Magazin-Planung abzuschließen ist für mein Gehirn, als hätten wir das Magazin abgeschlossen. Die Tür geht zu. Und bleibt zu, bis etwas sie mit Gewalt aufbricht – in der Regel ist das die drohende Deadline.
Aber zwei Wochen vor geplantem Erscheinungstermin? Joa, DAS ist für mein Gehirn noch lange keine Deadline. Obwohl ich noch:
- 3 große Texte schreiben muss
- 1 „Du fragst, ich antworte“-Beitrag schreiben muss
- Das komplette Magazin layouten muss
- Es rechtzeitig (also mindestens eine Woche vorher) zum Gegenlesen geben muss
- Die Mail schreiben und vorbereiten muss, mit der es über Brevo versendet wird.
Jedes Mal nehme ich mir vor, früher anzufangen. Und manchmal gelingt mir das sogar. Wenn ich über ein Thema schreiben will, auf das ich mich total freue, zum Beispiel. Das Problem: Ich schreibe diesen einen Text dann zwar früher, aber das ist leider nie die Initialzündung, um auch alles andere rechtzeitig anzugehen.
Stattdessen artet die tatsächliche Magazin-Produktion jedes Mal in Stress aus.
Monatsende: Magazinproduktion
Im besten Fall bekommt mein zeitblindes Gehirn zufällig rechtzeitig mit, dass der 18. oder 19. eines Monats bedeutet, dass es nur noch gut 10Tage bis zum geplanten Erscheinungstermin des nächsten Magazins sind. Wenn das passiert, fange ich jetzt an zu schreiben.
Meistens stellt mein Gehirn diesen Zusammenhang zwischen aktuellem Datum und der verbleibenden Zeit aber erst her, wenn das Datum mit 2 beginnt. Dann setzt die erste leichte Panik ein.
Recherche und Schreiben
Zum Glück kann ich beim Schreiben auf 20 Jahre Berufserfahrung als Journalistin zurückgreifen. Ich bin recht schnell und schreibe die einzelnen Texte immer am Stück. Das Anfangen ist der harte Teil, aber wenn der erste Abschnitt steht, falle ich schnell in eine Art Schreib-Flow. Am Erstentwurf für einen Text mit etwa 3000 Wörtern – das ist der Durchschnitt der Magazin-Texte – schreibe ich etwa 2 bis 3 Stunden.
Recherche mit ChatGPT
Bei manchen Texten kommt vorher noch die Recherche dazu, aber auch da habe ich eine Routine aus meinen Tagen als Journalistin, die mir hilft, schnell die richtigen Infos zu finden und mich nicht zu verzetteln.
In der Regel starte ich mit ChatGPT. Ihm erzähle ich so konkret wie möglich, worüber ich schreiben will und bitte ihn, mir dazu Fragen zu stellen, die auch Leser des Zeitplanerin-Magazins haben könnten. Mit diesen Fragen (und meinen eigenen) formuliere ich dann einen Prompt, den ich aber nicht in der normalen ChatGPT-Methodik eingebe, sondern in der Deep-Research-Version, die es nur in der Bezahl-Version gibt. Diese Methodik liefert sehr zuverlässige und tiefgreifendere Ergebnisse. Und ich kann die Quellen einschränken – zum Beispiel kann ich Medienseiten ausschließen und ihn bitten, sich auf wissenschaftliche Studien zu konzentrieren.
Das Ergebnis von ChatGPT lese ich und rufe die Websites auf, die er als Quelle angibt. Hier lese ich quer, um sicherzugehen, dass die KI-Zusammenfassung wirklich korrekt ist. Nebenbei mache ich mir Notizen und aus diesen Notizen und Zitaten aus den Quellen schreibe ich dann den Text.
Für diese Recherche muss ich in der Regel noch mal 2 bis 3 Stunden einplanen, aber das ist nur für wenige Texte nötig. Die meisten schreibe ich einfach aus meiner Erfahrung und meinem eigenen Wissen heraus.
Layout in Canva
Sind die 3 Haupttexte endlich geschrieben, darf ich mich endlich mit dem schönsten Teil der Arbeit belohnen: dem Layout. Das mache ich Canva und wenn ich nicht gerade einen kreativen Anfall habe und alles neu machen will, nutze ich das letzte Magazin jeweils als Vorlage für die neue Ausgabe.
Template oder weiße Seite?
Gut zu wissen: Theoretisch bietet Canva auch Templates für Magazine an. Aber das sind sehr wenige und die meisten sind eher Portfolios (viele, große Bilder, kaum Text) oder Newsletter (viel Text auf wenig Seiten). Mir hat davon nichts gefallen, deshalb habe ich mein Layout auf einer weißen Seite selbst angelegt. Und im Prinzip entsteht es auch bei jeder Ausgabe neu.
Dass ich trotzdem die letzte Ausgabe als Vorlage nutze, hat 3 einfache Gründe:
- Meine Spaltenbreite für den Text ist schon perfekt ausbalanciert und ich kann die einfach übernehmen.
- Feste Bestandteile wie die Kategorien „Du fragst, ich antworte“, das Inhaltsverzeichnis oder „Zeitplanerin-Universum“ sehen immer gleich aus. Die kann ich einfach übernehmen.
- Die alten Seiten dienen mir als Inspiration, wenn ich die neuen Texte layoute.
Layout: Worauf kommt es an?
Um das PDF wirklich wie ein Magazin wirken zu lassen, denke ich in Doppelseiten und ziehe zum Beispiel Bilder und Grafiken über zwei Seiten. Das sieht im fertigen Magazin toll aus, macht aber irrsinnig viel Arbeit.
Canva legt die Seiten nämlich einzeln an – auch wenn sie im PDF als Doppelseite erscheinen. Das bedeutet, ich muss das Bild oder die Grafik auf beiden Seiten platzieren und oft lange hin- und herrücken, bis sie wirklich in der richtigen Größe an der richtigen Stelle sind, so dass sie am Ende wie aus einem Guss wirken.
Darüber hinaus versuche ich, genug Weißraum zu lassen, also Raum ohne Text und Bilder. Das erleichtert das Lesen und wirkt nicht so überwältigend. Gerade mit ADHS kann es schwierig sein, sich aufzuraffen, lange Textblöcke zu lesen. Indem ich die unterteile, mit Weißraum und bunten Kästen für Extra-Text, Grafiken und Bilder arbeite, versuche ich die langen Texte leichter verdaulich zu machen.
Layout Stück für Stück
Ich layoute normalerweise zuerst das Cover zum warm werden und dann die 3 Haupt-Artikel. Dabei nehme ich mir den ersten vor und gestalte die Titelseite. Die gibt den „Ton“ für den Beitrag vor. Eher bunt und „voll“ oder eher ruhig und mit viel Weißraum – die Titelseite verrät, wie der Rest aussieht. Zumindest ist das der Plan. Manchmal reißt es mich beim Gestalten der Folgeseiten ein bisschen davon. Aber am Anfang habe ich gute Vorsätze.
Ich schätze, wie viele Seiten ich für den jeweiligen Text brauche und gestalte die. Dann füge ich den Text ein… und stelle gewöhnlich fest, dass ich den Platzbedarf kolossal unterschätzt habe. Also wiederholt sich der Ablauf: weitere Seiten layouten, Text einfügen.
Letzte Handgriffe
So arbeite ich mich durch das Heft. Am Ende ergänze ich „Du fragst, ich antworte!“. Die Fragen kommen per Mail und ich beantworte sie auch per Mail, damit die Fragensteller nicht warten müssen, bis sie endlich im Magazin oder im Podcast beantwortet werden. Ich sammle Fragen und Antworten dann in einem Dokument in Samsung Notes. So muss ich sie jetzt nur kopieren und meistens kürzen, damit genug Platz für 3 Fragen ist.
Jetzt nutze ich freie Flächen auf den Seiten für kleinere Dinge, die noch untergebracht werden müssen: die Coworking-Termine des nächsten Monats oder Ankündigungen von Workshops, Challenges oder der Quartal-Check-ins. Und ganz am Schluss setze ich per Hand die Seitenzahlen und schreibe das Inhaltsverzeichnis.
Vom Anlegen des neuen Magazins in Canva bis zu diesem Punkt brauche ich in der Regel um die 15 Stunden. Das teile ich mir meistens auf 3 Tage auf. Es sei denn, ich bin extrem spät dran. Dann prügele ich das Layout auch an einem Samstag durch. Das ist aber nicht nur ungesund, sondern spiegelt sich auch im Magazin wieder. Das Layout ist dann meistens nicht so besonders wie ich es mir wünsche. Deshalb versuche ich das zu vermeiden.
Korrektur lesen
Wenn ich mein Gehirn dazu überreden kann, lese ich jetzt alles selbst noch mal. Wenn nicht, hoffe ich das Beste und schicke den Link direkt an meine Korrekturleserin. Eva liest in der Canva-Datei und korrigiert Rechtschreibfehler direkt. Wo ihr Verständnisprobleme, unsauberer Stil oder Layoutfehler auffallen – du glaubst nicht, wie oft sie schon festgestellt hat, dass ich einen Abschnitt versehentlich zweimal eingefügt hatte – schreibt sie einen Kommentar.
Ich gehe dann alle Anmerkungen durch, arbeite Korrekturen ein, lösche die Kommentare und schaue ein letztes Mal über die Seiten. Dann exportiere ich das Dokument komplett als PDF und das Cover zusätzlich als .png-Datei, also als Bild.
Magazin veröffentlichen
Jetzt ist es kurz vor knapp. Der Monat hat im besten Fall nur noch wenige Tage, im schlechtesten nur noch wenige Stunden. Allerdings folgt jetzt auch wieder ein sehr unkreativer und damit für mich und mein Pippi-Langstrumpf-Gehirn todeslangweiliger Arbeitsschritt.
Und inzwischen wissen wir alle, was das heißt, oder? Korrekt: Es wird wieder Zeit für Reddit Stories auf Youtube!
Magazin auf WordPress veröffentlichen
Das Magazin findest du auf meiner Website. Hier muss ich es also erstmal veröffentlichen. Dafür logge ich mich wieder im WordPress-Backend ein und lade unter „Medien“ sowohl das PDF wie auch das Coverbild hoch.
Aber damit das Magazin wie ein echtes Magazin aussieht, also Doppelseiten angezeigt werden und Geräusche beim Blättern macht, brauche ich Hilfe. Hier kommt wieder ein Plugin ins Spiel. Ich habe mich für „3D FlipBook“ entschieden. Das rufe ich jetzt auf und gebe hier das PDF an, das ich ja schon hochgeladen habe. Titel dazu, auf „veröffentlichen“ klicken und fertig. Das Plugin generiert jetzt einen Code-Schnipsel, den ich kopiere.
Dann wechsle ich zur Magazin-Seite. Hier findest du oben immer die blätterbare Variante des aktuellen Magazins und darunter alle alten Ausgaben als Archiv. Ich kopiere oben auf der Seite den Code-Schnipsel ein. Damit ist das neue Magazin in der hübschen, blätterbaren Version auf der Seite. Ich bin auch nach zwei Jahren immer noch unglaublich fasziniert davon, wie einfach und schnell das geht.
Jetzt muss ich nur noch die Galerie mit den alten Ausgaben öffnen und bearbeiten. Hier füge ich das Coverbild der neuen Ausgabe ganz vorn ein und speichere. Wenn ich jetzt in der Galerie auf dieses Bild klicke, kann ich unten einen Link eingeben. Dazu springe ich schnell noch mal in Sektion „Medien“, wo ich mein PDF finde. Wenn ich das anklicke, finde ich den Link, unter dem das PDF in WordPress gespeichert ist. Den füge ich im Bild in der Galerie hinzu. Und das führt dazu, dass du mit einem Klick auf ein beliebiges Cover das PDF der jeweiligen Ausgabe öffnest.
Das Magazin kommt zu dir
Zielgerade, fast geschafft! Jetzt logge ich mich noch schnell bei Brevo ein – das ist der Dienstleister, über den ich alle Mails verschicke, die an mehrere Menschen gehen. Wenn du dich über meine Website zu einem meiner Workshop anmeldest oder eben das Magazin abonnierst, bekommst du die folgenden Mails über Brevo.
Für Brevo habe ich mich übrigens aus dem gleichen Grund entschieden wie für podcaster.de – weil es ein deutsches Unternehmen ist und damit DSGVO-konform arbeitet.
Magazin-Mail anlegen
In Brevo lege ich eine neue Kampagne an, indem ich die letzte Magazin-Mail einfach als Vorlage nutze. Ich gebe die neue Betreffzeile ein, wähle die Adressatenliste aus und bearbeite dann den Inhalt der Mail. Dafür tausche ich das Bild aus und überprüfe ob der Link passt, der dich mit einem Klick auf das Bild in der Mail zur WordPress-Magazin-Seite führt.
Und dann müsste ich mir einen netten Mail-Text einfallen lassen, aber an dem Punkt ist mein Gehirn meistens Matsch – und zu sehr mit den Reddit Stories beschäftigt, die noch immer im Hintergrund laufen. Deshalb überlasse ich das in letzter Zeit oft ChatGPT.
Ich sage ihm, er soll eine Mail schreiben, die das neue Magazin ankündigt, gebe ihm die 3 Hauptthemen mit und füge hinzu, wenn ich besondere Ergänzung möchte (wie den Hinweis auf ein ganz neues Layout oder die Bitte um Feedback). Inzwischen haben wir uns so gut eingegroovt, dass ich die Mail, die ChatGPT schreibt nur noch minimal anpassen muss. In Brevo kopieren, Formatierung anpassen, fertig.
Dann schicke ich mir schnell eine Testmail – bei der mir in 3 von 5 Fällen auffällt, dass ich zwar Text und Bild in der Mail ausgetauscht habe, die Überschrift aber noch die aus der Vorlage ist. In der Testmail klicke ich auf das Magazin-Foto, um zu schauen, ob sich die richtige Seite öffnet, alle Links passen und das Blättern richtig funktioniert.
Dann klicke ich auf das „versenden“-Knöpfchen und das Magazin fliegt zu mehr als 1.300 Menschen. Der Teil macht mich immer noch jedes Mal nervös und stolz. Und dann stehe ich da – gefangen zwischen totaler Erschöpfung und rastloser „Was mache ich denn jetzt?“-Energie und alles geht wieder von vorne los.
Alle genannten Marken- und Produktnennungen sind unbezahlte Werbung.
Technik, Hilfsmittel und Kosten
Was ich brauche, um die Zeitplanerin zu betreiben (und was es mich gekostet hat bzw. kostet):
Podcast:
Samson G-Track Pro Mikro: 163,00 €
Funkstrecke: 99,99 €
Audacity Software: kostenlos
Podcaster.de: 5 Euro monatlich
Lizenz für Zeitplanerin-Musik von audiohub: 48,50 €
Magazin:
WordPress Hosting: ca. 2,50 Euro monatlich
Mircrosoft Office 365 Lizenz: ca. 70 Euro jährlich
Canva Pro Lizenz: 109 Euro jährlich
Brevo Paket für über 1000 Empfänger pro Mail: ca. 30 Euro monatlich
Sonstiges:
Zoom-Lizenz für bis zu 100 Teilnehmer für Coworkings und Workshops: ca. 140 Euro jährlich
Zeitaufwand
Das investiere ich jeden Monat an Zeit in die Zeitplanerin:
Podcast: 4 bis 6 Stunden – je nachdem, wie viele Wochen der Monat hat und ob ich eine Interview-Folge aufnehme
Magazin: 20 bis 25 Stunden – je nachdem, wie viel Recherche nötig ist und wie lang die einzelnen Artikel werden
Sonstiges: 15 bis 25 für Instagram-Posts, Mails, DMs, Workshops, Coworkings und die seltenen Youtube-Videos
