Diese Sachbücher habe ich 2025 gelesen – und was ich davon halte

Diese Sachbücher habe ich 2025 gelesen – und was ich davon halte

12 Monate, 12 Sachbücher – im vergangenen Jahr ist dieser Vorsatz genau aufgegangen. Dafür hatte ich irgendwie kein so gutes Händchen, was die Auswahl anging. Es waren ein paar echte Perlen dabei, deren Erkenntnisse ich heute noch nutze. Aber leider waren in meiner Auswahl 2025 auch ein paar ziemliche Nieten.

„Boundary Boss“ von Terri Cole

Das Buch ist eine solide Lektüre, wenn man lernen will, Grenzen zu setzen. Sehr gut fand ich, dass es erstmal erklärt, welche Arten von Grenzen und welche Formen der Abgrenzung es gibt. Auch die ausführlichen Tests, um herauszufinden, was eigentlich unseren persönlichen Grenzen sind und was eher Wünsche, haben mir geholfen. Besonders gut: Das Buch lässt nicht zu, dass du dich zum Opfer machst. Es geht nicht darum, dass die bösen Anderen immer über deine Grenzen gehen. Vielmehr will das Buch zur Selbstverantwortung „erziehen“.

Meine wichtigste Erkenntnis, die bis heute nachhallt: Um gehört zu werden, müssen wir den Mund aufmachen (also klar und offen kommunizieren, was wir wollen und brauchen) UND akzeptieren, wenn das Gegenüber trotzdem „Nein“ sagt (Grenzen setzen UND Grenzen akzeptieren).

Auf einer Skala von 8 bis 10, bekommt „Boundary Boss“ eine gute 8. Zwischendurch hätte ich mir ein bisschen mehr psychologischen Hintergrund gewünscht. Aber wer einen Praxis-Ratgeber will, ist hier genau richtig.

„Das 7-Tage-Rezept für guten Schlaf“ von Dr. Aric Prather

Die 7-Tage-Rezepte sind eine ganze Buchreihe, die sich vor allem dadurch auszeichnet, auf kleine Häppchen heruntergebrochen Hilfe zu recht komplexen Themen zu bieten. Entsprechend geht auch dieses Buch zum Schlaf nicht sehr in die Tiefe. Wenn du das möchtest, ist „Das große Buch vom Schlaf“ eine absolute Empfehlung. In diesem Ratgeber findest du aber eine sehr solide Anleitung, um in einer Woche deinen Schlaf zu analysieren. Du bekommst auch Werkzeuge an die Hand, um ihn zu verbessern, aber das braucht mehr Zeit, bis es Früchte trägt.

Jeden Tag bekommst du eine neue Aufgabe, die dir helfen soll, besser zu schlafen: immer zu selben Zeit aufstehen, täglich Mikropausen einplanen, Anti-Stress-Übungen. Gleichzeitig führst du ein Schlaftagebuch, um herauszufinden, ob du wirklich objektiv ein Schlafproblem hast oder es sich nur so anfühlt. Zusätzlich bietet der Autor, der auch Schlafmediziner ist, spannendes Hintergrundwissen.

Von mir bekommt das Buch nur eine 6 von 10, aber nicht, weil es schlecht ist. Ganz im Gegenteil, es ist wirklich interessant. Nur kannte ich die meisten Tipps und Hintergründe schon aus anderen Bücher. Deshalb war hier nicht mehr viel Erkenntnisgewinn für mich drin.

„It begins with you“ von Jilian Turecki

Das war eines der Bücher, die am längsten in mir nachgewirkt haben. Der Untertitel „9 Harte Wahrheiten über die Liebe, die dein Leben verändern werden“, ist zwar reichlich übertrieben. Aber das Buch bietet wirklich viele Anregungen, um über die eigenen Beziehungen mal aus einer anderen Perspektive nachzudenken. Und dabei geht es nicht nur um romantische Beziehungen, sondern auch um Freundschaften, die Beziehung zu sich selbst oder den eigenen Eltern.

Aus diesem Buch habe ich mir jede Menge Zitate herausgeschrieben – teilweise, weil ich mich davon ertappt fühlte, teilweise, weil sie mich sehr berührt haben und ich sie nicht vergessen will. Die beiden wichtigesten für mich lauten: „Liebe, das ist nicht nur ein Gefühl, sondern eine konkrete Ausübung, ein tägliches Ritual, ein Tätigkeitswort“ und: „Eine Person zu lieben, bedeutet, sie so zu lieben, wie sie es von uns braucht und nicht nur auf die Art, die bequem für uns ist.“

Ein wunderbares Buch. Einziger Kritikpunkt: Es verrät uns wenig darüber, wie wir diese vielen neuen Erkenntnis in unserem Alltag umsetzen können. Deshalb bekommt es von mir 9 von 10 Punkte.

„Mehr Zeit“ von Jake Knapp und John Zeratsky

Wenn man gerade erst beginnt, sich mit Zeit- und Selbstmanagement zu beschäftigen, kann dieses Buch ein guter Einstieg sein. Die Tipps sind solide, das Buch ist optisch so interessant gestaltet, dass man gut dran bleibt, und so einfach geschrieben, dass man es schnell wegatmet. Wer allerdings schon eine Weile experimentiert, Methoden und Tools kennt, wird hier vermutlich eher enttäuscht sein.

Im Prinzip stellt das Buch Planung mittels Timeblocking und Timeboxing vor, gespickt mit ein paar fancy Ideen für mehr Fokus, von denen ich nicht 100 % überzeugt bin, dass sie wirklich bei den meisten Menschen funktionieren. Der komplett leere Homescreen am Handy hat mich zum Beispiel eher aggressiv als fokussiert gemacht.

Von mir bekommt das Buch eine 5 von 10. Für Einsteiger ist es aber, wie gesagt, sicher mehr wert.

„Die Tiny Habits Methode“ von Dr. B.J. Fogg

Der Überraschungssieger 2025. Das Buch habe ich eigentlich nur gelesen, weil es das Grundlagenwerk ist, aus dem zum Beispiel auch die berühmte „1% Methode“ von James Clear so viel zitiert. Ich habe also nicht viel erwartet – und wurde dann so überrascht! Ich finde es so viel besser als alle anderen Mini-Gewohnheiten-Bücher, die ich kenne – schöner zu lesen, leichter umzusetzen, einfacher zu verstehen.

B.J. Fogg ist der Erfinder der Mini-Gewohnheiten. Seine Idee: Gewohnheiten so winzig zu machen, dass man keinen Widerstand mehr gegen die Umsetzung spürt. Und dann über die Masse an Mini-Gewohnheiten und langsame Steigerungen seinem Ziel näher zu kommen.

Dafür hat er eine 7-schrittige Methode entwickelt, die (für mich zumindest) tatsächlich funktioniert. Ob man damit wirklich große Gewohnheiten etablieren kann, weiß ich nicht. Aber viele kleine Gewohnheiten, die in die richtige Richtung zeigen, zeigen eben auch Wirkung. Und darüber hinaus macht es auch einfach Spaß, die Methode zu testen.

Dieses Buch war für mich eine glatte 10 von 10.

„Das Arroganz-Prinzip“ von Peter Modler

Dieses Buch hat sich irgendwie durch den Hintereingang in meinen Alltag geschlichen. Nachdem ich es gelesen hatte, habe ich es unter „interessant, aber für mich eher irrelevant“ abgelegt. Und erst nach Wochen und Monaten habe ich gemerkt, wie oft ich in Gesprächen über Erkenntnisse aus diesem Buch rede oder mein Umfeld plötzlich durch die Linse dieses Buches betrachte.

Um Arroganz geht es übrigens überhaupt nicht. Stattdessen geht es um Kommunikation – kurz gesagt, um den Unterschied zwischen horizontaler und vertikaler Kommunikation. Männer werden tendenziell eher in letzterer, Frauen in ersterer erzogen. Problematisch wird das, wenn es etwa im Job darum geht, Beziehung aufzubauen, Machtpositionen zu erreichen und sich durchzusetzen. Wie man lernt, die jeweils andere Kommunikation zu erkennen und zu nutzen, das erklärt dieses Buch – in der Theorie, aber vor allem an konkreten Beispielen aus der Praxis.

Das Buch kommt trotz des reißerischen Titels eher leise daher, deshalb habe ich es zunächst unterschätzt. Für mich ist es inzwischen aber eine 8 von 10. Abzug gibt es nur, weil es rein auf die Karriere abzielt. Da ich keine Karriereambitionen habe, nützen mir die Tipps also nicht so viel.

„How Big Things Get Done“ von Bent Flyvbjerg & Dan Gardner

Ich liebe die Beispiele aus diesem Buch. Hast du zum Beispiel gewusst, dass die berühmte Oper von Sydney planungstechnisch ein absolutes Desaster war und den Architekten Heimat und Ruf gekostet hat? Oder das alle Olympischen Spiele sowohl Zeitplanung als auch Budget überschreiten? Für mich war die Welt der Großprojekte ganz neu und ich hab auch nie darüber nachgedacht, ob IT-Projekte wohl genauso oft verzögert und überteuert sind wie Verkehrsprojekte. Der Autor erklärt gut, was solche Zeit- und Geld-Desaster auslöst und wie man sie vermeiden könnte.

Mein Problem: Ich hatte gehofft, hier wirklich Tipps für meine eigenen Projekte rauszuziehen, auch wenn die in der Regel weit weg von „groß“ sind. Das hat leider nicht so gut funktioniert. Und am Ende hat sich das Buch auch einfach gezogen, Dinge haben sich wiederholt oder waren (für mich) unnötig ausgewalzt. Deshalb nur 5 von 10 Punkten.

„Schlafen wie ein Höhlenmensch“ von Merijn van de Laar

Meine wichtigste Erkenntnis aus diesem Buch: Wie lange wir schlafen, ist nicht halb so wichtig, wie uns alle weismachen wollen. Wichtig ist, wie gut wir schlafen. Der Autor erklärt Schlaf wie alle anderen Bücher zum Thema auch – Schlafphasen, Schlafvorteile, Schlafmangelfolgen. So weit, so bekannt.

Aber mir gefällt der Twist. Der Autor schaut sich nämlich auch an, wie sich unser Schlafverhalten verändert hat und zitiert zum Beispiel Beobachtungen an isoliert lebenden Stämmen, deren Uhr noch die Natur ist. Daraus leitet er Schlaftipps ab und räumt zugleich mit vielen Mythen auf, die ich bisher als Schlafwahrheiten kannte.

Das Buch liest sich gut weg und bietet wirklich noch mal neue Perspektive auf das ganze Schlafthema. Vieles wiederholt sich aber auch und ist bekannt. Deshalb eine solide 7 von 10.

„Die geheimen Muster der Sprache“ von Patrick Rottler und Leo Martin

Dieses Buch war die vielleicht größte Enttäuschung des Jahres. Als ehemalige Journalistin finde ich Sprache spannend, Sprachpsychologie noch spannender. Von diesem Buch habe ich erwartet, dass es die Muster erklärt, an denen man zum Beispiel Alter, sozialen Stand, Beruf oder Wohnort des Schreibers ablesen kann. Ich wäre auch zufrieden gewesen, wenn die Arbeit von Sprachprofilern genau erklärt worden wäre.

Beides wird in diesem Buch allerdings maximal angerissen. Stattdessen bekommt man eine Aneinanderreihung von vage beschriebenen Fällen, die die Autoren in ihrer Laufbahn bearbeitet haben, und oberflächlicher Tipps, um besser zu kommunizieren.

Einziger Pluspunkt: Es liest sich einigermaßen schnell weg. Eine wohlwollende 2 von 10.

„Wie du mit 13 Super Skills dein (Arbeits-)Leben für immer veränderst“ von Nicole Thurn

Ich mag Bücher nicht, die mit so großspurigen Titeln daher kommen – weil sie das Versprechen fast nie halten können. So ging es mir auch mit diesem Buch. Ja, es geht um agiles Arbeiten, um Sinnerfüllung, Beziehungen, Jobcrafting und eine Reihe anderer Skills. Aber in meinen Augen war unter den 13 Tipps nichts, was ich wahnsinnig neu und bahnbrechend empfunden hätte. Vielleicht habe ich mich einfach schon zu intensiv mit all den Themen beschäftigt. Vielleicht ist das für andere Leser wirklich ein guter Einstieg, um im Job zufriedener zu werden. Wenn du das Buch gelesen hast, kannst du mir ja gern eine E-Mail mit deiner Meinung schicken.

Für mich war es leider nichts. Ich fand es auch sehr langatmig und hatte wirklich Mühe, es zu beenden. Wirklich gut dagegen sind die unzähligen Bücher, die die Autorin zitiert. Da habe ich mir eine ganze Liste interessanter Werke rausgeschrieben, die ich mir genauer ansehen will. Dieses Buch bekommt von mir dennoch nur eine 5 von 10.

„Der Selbstfürsorge Coach“ von Carolin Böttger

Tu mir bitte einen Gefallen und spar dir das Geld für dieses Buch! Es ist mit Abstand das schlechteste, das ich 2025 gelesen habe. Wir haben mit diesem Buch den Zeitplanerin-Buchclub auf Discord eröffnet, weil es zur damaligen Monatschallenge passte. Die Selbstfürsorge-Definition mochte ich: „durch innere Haltung und äußere Handlung Verantwortung für sich selbst, sein körperliches und mentales Wohlbefinden übernehmen.“

Das und einige einzelne Sätze zum Thema Beziehungen retten das Buch vor einer Null-Punkte-Wertung. Das ist aber auch schon alles, was ich an Positivem zu sagen habe. Ansonsten besteht es aus einer Aneinanderreihung von Allgemeinplätzen und Buzzwords. Strategien werden maximal angerissen, aber nicht erklärt und teilweise widerspricht sich die Autorin selbst. Meine Wertung: 1 von 10.

„Die Macht der Gewohnheit“ von Charles Duhigg

Ich mag den Autor. Er ist Journalist und kann sowohl recherchieren, als auch erzählen. 2024 habe ich schon „Super Communicators“ von ihm gelesen, jetzt also das ältere Werk zu Gewohnheitsbildung. Das ist das vierte oder fünfte Buch über Gewohnheiten, das ich gelesen habe. Ich hatte also nicht mit viel Neuem gerechnet. Und tatsächlich: Auch Charles Duhig stellt die Gewohnheitsschleife aus Auslöser – Handlung – Belohnung als die Methode vor, um Gewohnheiten aufzubauen. Aber dann hat er ein paar spannende neue Erkenntnisse für mich: Etwa, dass man eine neue Gewohnheit schnell etablieren kann, wenn man es schafft, nur die Handlung auszutauschen, aber Auslöser und Belohnung beibehält. Das ist in der Praxis zwar deutlich schwerer, als es klingt, aber allemal interessant.

Auch seine Perspektive darauf, wie Unternehmen sich unsere Gewohnheiten etwa für Marketing und Verkauf zu nutzen machen und wie die Gesellschaft als Ganzes von Gewohnheiten getrieben ist, fand ich spannend. Ein bisschen verstörend, aber spannend. Ich hab das Buch in 3 Tagen gelesen, weil es sich liest wie ein Roman. Hier passt für mich alles, deshalb eine 10 von 10.

Pro-Tipp: Du willst mit den Sachbüchern arbeiten, dir Dinge merken, aber du würdest die Bücher später auch gern wieder verkaufen oder weitergeben? Dann sind Textmarker keine gute Idee. Ich arbeite stattdessen mit selbstklebenden Pagemarkern. Das sind im Prinzip schmale, lange Post its, die du einfach an der jeweiligen Stelle ins Buch kleben kannst. Nach dem Lesen schreibst du dir die markierten Stellen in ein Lesejournal oder fotografierst sie. Die Zettel lassen sich aus den meisten Bücher rückstandslos entfernen, wenn du ein bisschen vorsichtig bist. So kannst du sie später wieder verkaufen, wenn du magst.

Übrigens, für alle, die digilog arbeiten, habe ich ein Lesejournal entwickelt, dass du dir downloaden kannst. Importier das PDF anschließend einfach in deine Notizen-App und schon hast du alle deine Notizen an einem Ort. Im Journal findest du Blankoseiten, aber ich habe dir auch eine Vorlage für die Überblicksseite angelegt, die ich für jedes Buch ausfülle, um später auf einen Blick erkennen zu können, wie hilfreich ich das Buch fand.