Jahresrückblick 2025
Mein Wort des Jahres für 2025 lautete „Energiemanagement“ – im Rückblick wurde daraus eher „Balance“ und tatsächlich habe ich die Balance zwischen Beruf, Zeitplanerin und Familie / Freunden ganz gut hinbekommen. Jeder Lebensbereich bekam dieses Jahr Aufmerksamkeit. Aber ich habe es – schon wieder – rein quantitativ übertrieben. Das Jahr war voll. Eventuell zu voll. Aber eben auch sehr erfüllend. Komm, ich zeig’s dir! Ich nehme dich mit durch mein 2025.
Der Jahresrückblick 2024 begann mit den Worten: „Ich bin erschöpft!“ und endete mit dem Vorsatz, das 2025 zu ändern. Nun ja… Es ist Dezember 2025 und mein Fazit zum vergangenen Jahr lautet: Ich bin erschöpft!
Ein Teil dieser Erschöpfung ist – wie im Vorjahr – unzähligen tollen Erlebnissen geschuldet. Ein anderer Teil liegt aber auch am vielleicht schlimmsten Migräne-Jahr meines Lebens. (Und ein bisschen Erschöpfung verdanke ich tatsächlich suboptimaler Planung). Aber schauen wir uns das alles mal genauer an:
Unterwegs
In 10 von 12 Monaten war ich in der Weltgeschichte unterwegs, hab also mindestens eine Nacht nicht daheim geschlafen.
Januar
Los ging es im Januar mit einem Pralinenkurs bei Viba in Schmalkalden. Das liegt tief im Thüringer Wald, ist umständlich zu erreichen, lohnt sich aber. Wir hatten meinem Neffen den Ausflug geschenkt. Alle Teilnehmer bekommen eine Schürze und ein Häubchen (sehr schöne Fotos!) und machen dann unter Anleitung ihre eigenen Nougat-Pralinen und einen Schokoladen-Lolli. Das ist übrigens kinderleicht – bis der Teil kommt, an dem man die daumennagelgroßen Pralinen mit einer Mini-Spritztüte mit warmer Schokolade verzieren soll. Wir rätseln heute, wenn wir uns die Bilder ansehen, was wir da eigentlich darstellen wollten. Erkennen kann man es jedenfalls nicht. Für mich war das schon der dritte Kurs dieser Art. Ich finde die immer wieder toll und auch mein Mann und mein Neffe hatten Spaß.
März
Im März waren wir zu sechst in Leipzig – erst auf der Leipziger Buchmesse. Die Ausbeute war für mich dieses Jahr allerdings enttäuschend. Ich kaufe ja nur noch Sachbücher in Papierform (und Nora-Roberts-Romane, weil ich die sammle, seit ich 16 bin, und sie deshalb im Regal haben will). Die Auswahl in dieser Kategorie fand ich sehr schwach. Deshalb bin ich gerade auch nicht sicher, ob ich 2026 noch mal gehen werde. Dafür waren wir am Tag darauf am Völkerschlachtsdenkmal, das mein Mann gern sehen wollte und kurz in der Leipziger Innenstadt. Strömender Regen hat das Ganze ein bisschen erschwert, aber das Denkmal lohnt sich. Ich fand das ungeheuer imposant. Und die Innenstadt ist sehr, sehr viel schöner, als ich sie in Erinnerung hatte.
Mai
Im Mai ging dann die ganz große Reiserei los. Um meinen Geburtstag herum bin ich erst nach Köln gefahren und war mit einem guten Bekannten im Cirque du soleil. Ich liebe Artistik und ich liebe Märchen, Mythen, Magie. Hatte diese Show alles. Besagter Bekannte und ich schauen uns seit über 15 Jahren einmal im Jahr eine Show, ein Konzert, ein Theaterstück, eine Oper o.ä. an. Und Cirque du soleil belegt von all diesen Events einen super starken zweiten Platz. Nur der Friedrichstadtpalast war für mich noch spektakulärer.
Von Köln aus habe ich die Nähe genutzt und übers Wochenende die Freundin, die ich am längsten kenne, in Oberhausen besucht. Wir haben, seit wir uns kennen, nur ganz wenig Zeit tatsächlich mal in derselben Stadt verbracht und auch wenn der Kontakt über die Jahre weniger geworden ist, ist er doch nie ganz abgerissen und wenn wir uns sehen, können wir mühelos einfach anknüpfen.
Juni
Nach Oberhausen hatte ich zwei Tage zum Umpacken und dann begann schon unser Roadtrip-Urlaub. Davon habe ich dir in einer anderen Ausgabe schon ausführlich erzählt, aber zu Erinnerung: Ende Mai/Anfang Juni sind wie knapp 2 Wochen lang von Nürnberg über Thüringen nach Quedlinburg, Potsdam, Leipzig (nur der Zoo) und wieder nach Hause gefahren. Das war der körperlich anstrengendste Urlaub, den ich je hatte. Aber er war auch unfassbar grandios. So viele Eindrücke und Erlebnisse. Mein Kopf war am Ende ebenso voll wie mein Herz und meine Seele.
Juli
Im Juli war Familienzeit angesagt: Erst habe ich 2 Wochen den Hund meiner Eltern (und einmal meinen Neffen und meine Nichte) gesittet, dann sind wir nach Baden-Württemberg zu meinen Schwiegereltern gefahren über ein Wochenende und haben auch alte Freunde meines Mannes besucht.
August
Ende August waren wir für ein verlängertes Wochenende in Konstanz. Ich war vorher noch nie am Bodensee und sofort verliebt. Das wäre eine Stadt, in der ich leben wollen würde. So viel Wasser, aber auch so pittoresk, idyllisch und gleichzeitig sehr lebendig. Dieses Jahr habe ich mit Konstanz und Potsdam gleich zwei Städte kennengelernt, in denen ich gern leben würde.
September
Im September war ich dann auch noch mal gefühlt mehr weg als daheim. Erst habe ich ein Wochenende mit meiner Mama und Oma in Coburg verbracht. Ich glaube, nirgendwo ist die Schlösserdichte höher als hier und das kommt mir als bekennender Royal-Fan natürlich sehr gelegen. Die Stadt selbst fand ich wenig spektakulär. Wir haben es allerdings auch sehr gemütlich angehen lassen. Vielleicht haben wir die spektakulären Seiten also einfach verpasst. Aber ich habe mir auf dem Heimweg noch Schloss Rosenau angesehen, wo Prinz Albert, der Ehemann von Königin Victoria (Großbritannien), geboren wurde. So toll!
Danach ging es für mich mit meinen Kollegen nach Amsterdam. Einmal im Jahr veranstalten wir Team-Tage, weil wir uns sonst – da wir in ganz Deutschland verstreut remote arbeiten – nie sehen. Dieses Jahr ging es nach Amsterdam, denn einer meiner Kollegen ist dort aufgewachsen. Amsterdam selbst ist mir von allem zu viel: zu eng, zu voll, zu laut, zu schnell, zu anstrengend. Aber wir haben in Harlem übernachtet. Das ist nur 20 Zugminuten entfernt und fühlt sich an, als hätte man die kitschigsten Amsterdam-Klischees in eine Schneekugel gepackt und näher an der Nordseeküste fallen gelassen. So schön! Und dass wir von dort aus auch an der Nordsee waren, hat meiner Begeisterung natürlich auch nicht geschadet.
Oktober
Ende Oktober stand noch mal ein Marathon-Wochenende in meiner alten Heimat an: Geburtstag von Freunden, Geburtstag meiner Mama und zur Belohnung ein Sauna-Tag mit meiner besten Freundin.
November
Zweimal macht eine Tradition, oder? Im November bin ich jedenfalls zum zweiten Mal nach Linz gefahren und habe dort ein Zeitmanagement-Seminar für die Jugendarbeit-Mitarbeiter der Diözese gegeben. Und weil im Priesterseminar, wo das stattfindet, alle immer so unheimlich nett sind und sich alles so vertraut anfühlt, ist es für mich ein Traditionstermin, auf den ich mich das ganze Jahr freue. Und während ich 2024 „nur“ eine von euch getroffen habe, waren wir dieses Jahr schon zu dritt. Also, wenn du aus der Nähe von Linz kommst: 2026 findet das Seminar um den 14.11. statt. Das Seminar selbst ist eine geschlossene Veranstaltung, aber wenn du danach oder am Sonntag Lust auf einen Kaffee hast, melde dich gern!
Dezember
Während ich das schreibe, tobt draußen übrigens ein Unwetter und das Meer wirft wilde Schaumkronen. Ich sitze nämlich in einem Hotelzimmer auf Fuerteventura. Im Dezember. Im Advent. Das füllt sich total verrückt an, denn trotz Unwetter haben wir immer noch 16 Grad und die Leute kommen in kurzen Hosen und T-Shirt zum Essen. Zum ersten Mal im Leben machen wir All-inclusive- und sogar Club-Urlaub und ich habe massive Flashbacks in meine Zeit als Reiseleiterin. Das macht mich hier alles ein bisschen sentimental, aber vor allem genieße ich die Auszeit. Und weißt du, was wild ist? Ich schaffe es hier tatsächlich, zu verantwortungsvollen Zeiten ins Bett zu gehen. Etwas, woran ich das ganze Jahr daheim gescheitert bin.
Projekte
Auch wenn ich unglaublich viel unterwegs war, stand daheim die Zeit natürlich nicht still. Sowohl privat wie im Hauptjob kosteten mich größere Projekte viel Zeit, Nerven und Energie.
Badrenovierung
Im April wurde unser Bad renoviert und was anfing mit „nur die Holzpaneele runter von der Decke, damit sich dahinter kein Schimmel ansammeln kann“ wurde zu einem wochenlangen Desaster. Die Deckensanierung ging relativ schnell, aber dann entdeckte man in der Wohnung unter unserer Wasser in der Wand. Die Vermutung: Unsere uralten Badewannenfugen sind undicht. Also: Fugen raus, neue Fugen rein – Problem gelöst. Ja, denkste!!! Fugen raus stimmt, aber dann: 2 Wochen duschen im Fitnessstudio, weil die Wand auslüften soll, bevor neue Fugen reinkommen.
Parallel die Odysee mit der neuen Badewannen-Falttür. Die alte musste zur Renovierung weg und war so alt, dass wir sie ersetzen wollten. Das ist aber leichter gesagt als getan, wenn die Maße passen, das Ganze einigermaßen aussehen UND nicht unbedingt ein Vermögen kosten soll. Die online bestellte Tür kam in Millionen Einzelteilen an und die Retoure klappte erst nach einem Dutzend Mails. Vor Ort war in keinem Baumarkt etwas Passendes zu finden. Es war ein Desaster. Inzwischen haben wir eine neue Falttür auf der Badewanne, aber die Duschlippe darunter ist so lasch, dass sie nicht richtig abdichtet. Das wird dann wohl ein Projekt für nächstes Jahr.
Projektabschlüsse im Hauptjob
Im Hauptjob war es das Jahr der Projektabschlüsse. Erst endete im Februar mein erstes Solo-Projekt – und leider nicht so, wie ich mir das gewünscht hätte. Sehr viel Stress und am Ende nicht das Ergebnis, das der Kunde sich gewünscht und ich gern geliefert hätte. Nicht direkt mein Verschulden, dennoch eine sehr unangenehme Situation. Jetzt im Nachgang habe ich daraus vermutlich mehr gelernt als aus allen anderen Joberlebnissen 2025 zusammen, aber im Februar hat es mich emotional ziemlich mitgenommen.
Im Oktober folgte dann die Produktivsetzung eines riesigen Projekts bei meinem Hauptkunden. Das lief über 2 Jahre und wir haben zu fünft daran gearbeitet – das ist eine Größenordnung, die es so nur selten gibt. Entsprechend groß war die Anspannung und entsprechend viele Überstunden sind in der Endphase angefallen. Auch hier lief nicht alles glatt, aber ich empfand das als viel weniger belastend – einfach weil ich nicht allein war und wir mit einem sehr guten und engen Team an den Fehlerbehebungen gearbeitet haben.
Ich schreibe ein Buch
Im September habe ich meinen Neffen gefragt, was er davon halten würde, gemeinsam mit mir ein Kinderbuch zu schreiben – und das als echtes gedrucktes Buch zu Weihnachten zu bekommen. Er war begeistert – und ich dann sehr schnell überfordert. Immer wenn wir uns sehen, entwickeln wir gemeinsam Ideen zur weiteren Handlung. Die Ursprungsgeschichte stammt ganz allein von meinem Neffen. Ich finde dazu die richtigen Worte, lasse mir beim Grundgerüst aber von ChatGPT helfen, so dass ich dann nur noch ausformulieren und umschreiben muss. Auch die Illustrationen liefert die KI. Trotzdem ist das Ganze viel aufwendiger als ich anfangs kalkuliert habe. Zu Weihnachten werde ich vermutlich nicht mal die Hälfte fertig haben. Dafür entsteht parallel auch ein von mir gelesenes Hörbuch, denn nicht immer mag der 9-Jährige selbst lesen. Ich hab als Teenager mit Kinderbüchern meine „Karriere“ als Autorin begonnen – damals für ganz Kleine. Das hier wird jetzt eher ein Abenteuerbuch für Vorpubertierende, aber irgendwie schließt sich damit ein Kreis.
Zeitplanerin Buchclub
Im November ist schließlich auf Discord der Zeitplanerin-Buchclub entstanden. Immer wieder fragt ihr mich, was ich lese und wie ich so viel lese und was ich empfehlen kann. Also habe ich beschlossen, das gemeinsame Lesen und Austauschen darüber zu systematisieren. Das hilft nämlich am besten, wenn man Bücher einfach nicht zu Ende lesen kann. Angefangen haben wir mit einem sehr dünnen und leider sehr schlechten Sachbuch über Selbstfürsorge, das zur Monatschallenge passte. Aktuell und noch bis Ende Januar lesen wir (oder besser die anderen, ich konnte nämlich nicht aufhören und war nach 3 Tagen durch) „Die Macht der Gewohnheit“ von Charles Duhigg. Wir sind nicht auf Sachbücher festgelegt, aber da die Vorschläge aktuell meist von mir kommen, landen wir bisher eben immer bei Sachbüchern. Das kann sich aber 2026 ändern. Wenn du dich anschließen magst, schau gern vorbei.
Neue Tools
2025 habe ich eine Menge Geld ausgegeben. Ich zähle lieber nicht, wie viel in Bücher geflossen ist (die ich immer noch nicht gelesen habe). Aber auch andere, teilweise wirklich teure Dinge habe ich gekauft, die mir hoffentlich das Leben leichter und/oder produktiver machen.
Gymondo
Schon Anfang des Jahres habe ich mich bei Gymondo angemeldet. Die Hoffnung dahinter: Wenn ich auch daheim gute Workouts einlegen kann, schaffe ich es leichter, regelmäßig Sport zu machen. Leider habe ich sehr schnell gemerkt, dass ich die App und die Workouts gar nicht mag. Das war ein absoluter Fail. Wenn du mich fragst, ist FitOn die deutliche bessere Fitness-App für Workouts daheim. Und das sogar in der kostenlosen Version.
Neue Smartwatch
Eine neue Smartwatch habe ich mir dieses Jahr gleich zweimal geleistet und das ist selbst für meine Verhältnisse sehr dekadent. Ich wollte von Garmin wieder zu Samsung wechseln, weil meine Garmin mich nur noch frustriert hat. Die Garmin ist eine fantastische Sportuhr, aber wenn du keinen Sport machst – zumindest nicht regelmäßig – macht sie dir einfach ständig ein schlechtes Gewissen. Die Uhren von Samsung sind eher Lifestyle-Uhren. Die belohnen regelmäßiges Training zwar auch, aber sind dabei nicht auf Leistung ausgelegt. Meine uralte Samsung ist aber wortwörtlich auseinandergefallen, als ich sie wieder nutzen wollte. Der Klebstoff zwischen Glas (Ziffernblatt) und Elektronik bzw. Gehäuse hatte sich gelöst. Ich habe mir also die Samsung 7 im Frühjahr gekauft – nur um sie im August im Trade-in-Verfahren gegen die Samsung 8 einzutauschen, die neue Gesundheitsfunktionen versprach. Brauche und nutze ich diese Funktionen? Nein! Im Nachhinein würde ich bei der Samsung 7 bleiben und das zusätzliche Geld sparen, aber die ADHS-Impulsivität und die FOMO haben lauter geschrien als die Vernunft.
Schreibtischstuhl
Die größte Investition war aber wohl mein neuer Schreibtischstuhl. Im Januar habe ich angefangen zu suchen, im Oktober bin ich endlich fündig geworden (nach einem Fehlkauf). Ich sitze nur selten normal in meinem Stuhl, sondern fast immer im (halben) Schneidersitz. Gleichzeitig bin ich sehr klein, brauche also eine kurze Sitzfläche und einen niedrigen Stuhl, wenn ich doch mal normal sitze. Außerdem verbringe ich den allergrößten Teil meiner Tage in diesem Stuhl. Er sollte also bequem, ergonomisch und wirklich haltbar sein. Am Ende habe ich einen Sitwell-Stuhl gefunden, der eine Sitzfläche speziell für Schneidersitzer hat mit Federkern-Sitz und extra kurzem Standfuß. Über 1.300 Euro hat das Ding gekostet und anfangs dachte ich, ich hätte damit einen riesengroßen Fehler gemacht, weil die Umstellung wirklich eine Weile gedauert hat. Inzwischen liebe ich diesen Stuhl und ärgere mich, wenn ich – zum Beispiel im Büro – auf einem „normalen“ Bürostuhl sitzen muss.
Loop Earplug
Ich hab lange überlegt, ob ich mir Loop Earplugs kaufen soll. Ich brauche sie nicht, um meine Umgebung grundsätzlich ruhiger zu machen. Am Ende habt ihr mich mit euren Erfahrungen überzeugt. Ich war echt skeptisch, ob die wirklich helfen. Ich brauche sie, um Geräusche zu filtern. Wenn ich in einem vollen Restaurant sitze, kann ich mich nicht auf das Gespräch an meinem Tisch konzentrieren, weil meine Ohren alle anderen Gespräche rundherum gleich laut wahrnehmen. Tatsächlich helfen die Loop Earplug hierbei wirklich. Wenn ich die drin habe, werden die Umgebungsgeräusche gefiltert, aber das Gespräch am Tisch höre ich deutlich. Einziges Problem: Weil ich mich selbst sehr laut höre, wenn ich die Loops in den Ohren habe, spreche ich automatisch (viel) leiser. Oft so leise, dass man mich nicht mehr versteht. Da eine gute Lautstärke zu finden, ist hoffentlich Übungssache, aber bisher gelingt mir das noch nicht.
Projektmanagement im Fenster
Einen brillanten Einfall in Sachen Organisation hatte ich im Januar und der hat mich fast nichts gekostet. Kristina von @thehappyworklife (Instagram) hat irgendwann mal gezeigt, wie sie mit statischen Post its arbeitet, die sie in ihr Fenster „klebt“. Diese Dinger sind recht teuer, aber ich hatte mal welche geschenkt bekommen. Bisher lagen die ungenutzt im Schubfach. Und da ich beruflich gerade in die Endphase eines Projektes einsteuerte, habe ich meinen Projektplan auf die Post its geschrieben. Jeder Zettel eine Aufgabe und dann als Zeitstrahl im Fenster anordnen. Das Coole: Diese statischen Post its halten zwar bombenfest an allen glatten Oberflächen, lassen sich aber rückstandslos wieder entfernen. Aufgaben verschieben innerhalb des Zeitstrahls war damit überhaupt kein Problem mehr. Und das Fenster hat sich als wunderbarer Whiteboard-Ersatz erwiesen, für das in meinem Homeoffice auch wirklich kein Platz wäre.
Ausflüge und Events
Zwischen Arbeit, Reisen und Terminen fällt Gemeinsamkeit und Abenteuer in meinem Alltag oft ein bisschen hinten runter und meist haben erst mein Mann und schließlich auch unsere Freunde ein Nachsehen, wenn ich mal wieder Prioritäten setze, die sie nicht einschließen. Dieses Jahr hatten wir aber ein paar wirklich schöne Events.
Ritteressen
Das Ritteressen hatte mein Mann zum Geburtstag bekommen und es war ein Phänomen. Muss ich das noch mal machen? Nicht unbedingt. Am Ende war es mir einfach zu laut in dem Gewölbekeller. Würde ich es selbst verschenken? Auf jeden Fall, denn es ist einfach eine besondere Erfahrung und macht Spaß (nur nicht die vollen 3 Stunden mit lauter „Barden“-Begleitung).
Rokokofest Ansbach
Zum Rokokofest in Ansbach will ich schon, seit wir in der Stadt geheiratet haben. Das war 2018! Aber das Fest findet nur alle zwei Jahre statt und ich hab mich grundsätzlich entweder im Zwischenjahr oder kurz nach dem Fest daran erinnert. Dieses Jahr hatte ich aber Glück und wir haben Karten für das kurfürstliche Casino gekauft. Dabei lädt der Kurfürst samt Hofstaat und erhabener Gäste (gespielt von Vertretern des Heimatvereins) in der Orangerie erst zum Dinner und anschließend zum Glücksspiel. Das Essen war nicht so toll, aber das Casino war grandios. Vertreter anderer Historienvereine hatten wirklich Spiele aus der damaligen Zeit dabei, mit denen man sich an den Höfen die Zeit vertrieb. An allen Stationen saßen verkleidete Menschen und luden uns zum Mitspielen ein, so dass eine wirklich tolle Atmosphäre entstand. In zwei Jahren würde ich vermutlich eher zu einem der Outdoor-Tage gehen, weil da einfach noch mehr Abwechslung geboten wird, aber ich fand es toll, dabei zu sein.
Harry-Potter-Film-Marathon-Start
Im Januar habe ich einen Fehler gemacht: Ich habe meinem Mann versprochen, alle Harry-Potter-Filme mit ihm zu sehen. Unser Freundeskreis ist ein bisschen besessen davon und ich bin die einzige, die weder die Bücher gelesen, noch die Filme gesehen hat (und das wird jetzt auch so bleiben). Filme zu schauen, fällt mir ja ohnehin schwer. Aber die Harry-Potter-Filme fand ich noch mal extra anstrengend. Und nach Film 4 habe ich kapituliert und mein Versprechen gebrochen. Den Rest musste er allein schauen.
In den ersten Filmen fand ich die Geschichte, die Magie usw. noch fesselnd, auch wenn mich die Personen unsagbar nervten. Harry selbst finde ich dumm (Wie überlebt der auch nur eins seiner Abenteuer?) und Dumbledore ist für mich ein ziemlicher Egoist (reitet seine Schüler in lebensgefährliche Abenteuer und verschwindet dann jedes Mal einfach bis alles vorbei ist). Aber gut, Charaktere können sich entwickeln. Aber als dann (ja ja, nur vorrübergehend, ich weiß) die arschlochigsten Arschlöscher dieser und aller anderen Welten „gewinnen“, Hogwarts übernehmen und Harry und Co das Leben schwer machen, war bei mir alles vorbei. Ich hasse Filme (und Bücher) dieser Art. Ich akzeptiere sowas als kurze Rückblenden, wenn gezeigt wird, wie die Helden zu Helden wurden und jetzt ihre Abenteuer bestehen können, aber 3 Filme lang, von denen keiner unter 90 Minuten dauert? Nein, danke! Die reale Welt ist unfair genug. Das schaue ich mir nicht auch noch im Film an. Und dabei ist mir auch ziemlich egal, dass in Nummer 8 alles wieder ins Lot gerückt wird.
Wir bekommen Besuch
Im September hatten wir dann Freunde zu Besuch, mit denen wir ein tolles Spätsommer-Wochenende in Nürnberg verbracht haben. Auch wenn das erstmal Stress war, weil ich den Besuch nämlich eine Woche später im Kalender eingetragen hatte und ganz schön dumm aus der Wäsche guckte, als die plötzlich vor der Tür standen. Das Museum in der Nürnberger Burg, die Burg selbst und die Gärten sind aber wirklich, wirklich einen Besuch wert. Auch die Altstadt unterhalb der Burg ist schön. Ansonsten finde ich persönlich Nürnberg nicht so toll, aber ich bin auch allgemein kein Fan von Großstädten.
Balkonweihnacht
Und schließlich fand auch die Balkonweihnacht wieder bei uns statt. Nur ohne Balkon, weil es den ganzen Tag geregnet hat. Die Balkonweihnacht haben wir zu Coronazeiten erfunden, als es keine Weihnachtsmärkte gab. Also haben wir uns (in super kleiner Runde, viele Menschen passen auch nicht auf unseren Balkon) daheim getroffen. Wir haben auf einem Tisch Snacks und Glühwein aufgebaut, Deko aufgehängt, Lichter angemacht und Weihnachtslieder gespielt, um in Weihnachtsstimmung zu kommen. Dieses Jahr blieb alles gleich – nur im warmen Wohnzimmer. Und wir haben eventuell eine neue Tradition gestartet: Hitster. Kennst du dieses Spiel? Googel das mal! Ich bin darin gnadenlos schlecht. Oder war es zumindest, bis ich die Schlageredition gekauft habe.
Gesundheit
Gesundheitlich war das Jahr ein ziemlicher Reinfall. Im Frühjahr habe ich mir durch 2 (!) Yogastunden einen Tennisellenbogen zugezogen, der Monate brauchte, um abzuheilen. Weil die beruflichen Projekte in die Endphase gingen, habe ich zweimal erkältet durchgearbeitet, statt mich krankschreiben zu lassen. Nicht zur Nachahmung empfohlen und eigentlich weiß ich das auch besser. Viel schlimmer als alles andere waren aber die Migräneattacken. Seit April 2025 hatte ich kaum eine Woche ohne heftige Kopfschmerzen – oft mehrere Tage hintereinander. Selbst die Kortisoninfusion, die man bekommt, um eine Attacke zu unterbrechen, die mehr als 72 Stunden dauert, hat mir nicht geholfen. Jetzt zum Jahresende stellt sich ein bisschen Erleichterung ein und ich wünsche mir für 2026, dass das bitte so bleibt.
Neue Gewohnheiten und Routinen
Ich hab dieses Jahr sehr viel über Gewohnheiten und Routinen gelesen (Wusstest du, dass das nicht unbedingt dasselbe ist?) und tatsächlich ein paar Strategien umsetzen können. Darauf bin ich sehr stolz.
Morgenspaziergang
Während unseres Roadtrips im Mai/Juni sind wir jeden Tag unendlich viel gelaufen. Und auch wenn mir die Füße wehtaten wie nie zuvor, hat das insgesamt so gut getan. Ich wollte ein bisschen davon mit in meinen Alltag nehmen und habe angefangen, morgens vor der Arbeit wenigstens eine winzig kleine Runde spazieren zu gehen. Ich gehe in der Regel direkt nach dem Aufstehen. Damit bekomme ich gleichzeitig genug Sonnenlicht ab, um meinen zirkadianen Rhythmus wieder zu resetten und das hilft mir abends, besser zu schlafen. Außerdem ist diese Spaziergangszeit ganz allein meine. Ich nehme niemanden mit und höre auch weder Musik noch Hörbücher oder Podcasts. In diesen 15 bis 30 Minuten darf mein Gehirn hin und her springen, wie es will. Zurück komme ich mit besserer Laune und in einem Modus, der es einfacher macht, mit der Arbeit zu starten. Als das Wetter schlechter und der Stresspegel höher wurde, sind meine Morgenspaziergänge ein bisschen eingebrochen. Aber die Routine ist nie ganz gestorben. Für mich ist das ein Gewinn und etwas, das ich 2026 verfestigen möchte.
Hotelfrühstück
Normalerweise frühstücke ich nicht und inzwischen schiebe ich die erste Mahlzeit auch schon wieder viel zu weit in den Tag hinein. Aber eine Zeit lang – auch hier inspiriert von der Erfahrung im Urlaub – habe ich mir jeden Morgen ein Frühstück wie im Hotel gemacht. Es sollte viel Obst und Gemüse, Eiweiß und gute Kohlenhydrate enthalten, um mich möglichst lange satt, zufrieden und leistungsfähig zu halten. Außerdem fühlte es sich jedes Mal an, als würde ich mich selbst regelrecht verwöhnen, wenn ich mir zu meinem Brot mit Aufstrich Gurke und Tomaten aufschnitt und einen Joghurt mit frischem Obst, Haferflocken und Saaten zusammenmischte. Je mehr ich darüber schreibe, desto bedauerlicher finde ich es, dass das wieder eingeschlafen ist. Das darf 2026 gern zurückkommen.
1x pro Woche Sport
Sport stand auf meiner Vorhaben-Liste für 2025, weil es mir Energie gibt. Geklappt hat das im ersten halben Jahr gar nicht und danach nur sporadisch. Erst als ich dazu übergegangen bin, a) den Anspruch herunterzufahren und b) mich fest mit meinem Mann zu verabreden, habe ich es zumindest geschafft, jede Woche mindestens einmal zum Sport zu gehen. Im Urlaub ist das um ein Vielfaches leichter. Ich muss mich um nichts kümmern und Sport wird hier auf Fuerteventura zum Beispiel im Hotel in jeder Form angeboten. Also entfallen auch alle Ausreden. Mal sehen, vielleicht fällt mir noch eine Idee ein, das im Kleinen in meinen Alltag zu übertragen. Vielleicht doch wieder Home-Workouts?
Wochenreflexion jede Woche in anderem Café
Jede Woche eine Reflexion zu machen, ist mir ja schon lange ein Anliegen. Nicht nur, um herauszufinden, was in Sachen Planung funktioniert und was nicht. Sondern auch, um zu verfolgen, wie es mir geht. Das nehme ich nämlich nicht oder viel zu spät wahr, wenn ich mir nicht bewusst Zeit dafür nehme. Aber die Wochenreflexion fühlt sich auch immer wie eine große, schwere Aufgabe an und mich aufzuraffen, fällt mir nicht immer leicht. Deshalb habe ich eine Zeit lang die Reflexion ins Café verlegt und eine kleine Me-Time daraus gemacht. Jede Woche habe ich mir ein anderes Café in der Umgebung ausgesucht. Das hat fantastisch funktioniert und ich habe das unheimlich genossen. Mein Geldbeutel leider nicht so sehr. Deshalb mache ich das heute nicht mehr jede Woche, aber so einmal im Monat gönne ich mir das immer noch. Kann ich sehr empfehlen.
Alles in allem habe ich dieses Jahr eine Menge geschafft, viel erlebt und auch wichtige, neue Routinen aufgebaut. Aber die langweiligen Basics, die auf mein Energiemanagement den wohl größten Effekt gehabt hätten, habe ich immer noch nicht im Griff. Schlaf, Bewegung, Ernährung und eine schöne, saubere Umgebung (aka der Haushalt) stellen mich vor ungeahnte Herausforderungen. Also stehen die auch 2026 wieder mit im Mittelpunkt – auch wenn sich das Wort das Jahres ändert. Was war eigentlich dein Wort des Jahres und wie gut konntest du es umsetzen? Erzähl mir gern in den Kommentaren davon oder schreib mir eine Mail.
