Neues Jahr, neues Bullet Journal
Ob du ganz neu mit dem Bullet Journal starten willst oder schon länger dabei bist: Zum neuen Jahr wünschen wir uns fast alle einen BuJo-Neustart. Manchmal kann die Angst vor der weißen Seite (und dem „zu besonderen/schönen/teuren“ Notizbuch) das aber blockieren. Deshalb zeige ich dir jetzt, wie du das neue Jahr ganz entspannt im neuen BuJo beginnst.
Manchmal hilft es schon, sich in Erinnerung zu rufen, was das Bullet Journal eigentlich ist: Ein Tool, dass dir helfen soll organisierter und achtsamer durchs Leben zu gehen. Und achtsam ist so ziemlich das Gegenteil von perfekt. Du darfst Seiten anlegen, die du dann doch nicht nutzt. Du darfst dich verschreiben. Du darfst heute super künstlerisch loslegen und nach den Feiertagen nur noch den schwarzen Fineliner benutzen. Du darfst Tage auslassen. Oder Collections erst später einfügen. Du darfst dich jederzeit umentscheiden.
Denn eines ist das BuJo eben nicht: Ein perfekter, vorgezeichneter Kalender. Wir legen immer nur den Zeitraum an, der gerade dran ist. Damit er so viel Platz bekommt, wie er braucht. Wenn du also jetzt dein neues BuJo anlegst, dann ist das vermutlich weniger Arbeit als du denkst, weil du maximal bis zum ersten Daily des Januars vorarbeitest. Aber so weit sind wir noch nicht.
Mach einen Plan
Bevor du den ersten Strich machst, empfehle ich dir, erstmal zu sammeln. Und zwar in zwei Listen:
- Liste Nummer eins enthält die Inhalte. Hier notierst du, welche Collections, Tracker, Listen du in den BuJo aufnehmen willst und zwar ganz vorn, bevor die Monate beginnen.
- Liste Nummer 2 ist optional, aber gerade wenn du neu beginnst, hilfreich: Notier dir, was dir gestalterisch gefällt. Durchstöber ruhig ein paar Minuten (oder Stunden) Google oder Pinterest und versuch zu analysieren, was dir konkret gefällt, wenn du ein bestimmtes Design besonders magst. Vielleicht ist es die Farbkombination oder die Seitenaufteilung oder die Schriften. Sammle diese Dinge, damit du daraus später deinen eigenen Gestaltungsfokus ableiten kannst.
Ich spare mir Liste Nummer zwei in der Regel und gestalte einfach drauflos. Aber ich arbeite ja auch in einem digilogen Bullet Journal. Mein BuJo ist ein Notizbuch in einer Notizen-App auf dem Tablet. Ich kann also einfach rumprobieren und so oft löschen, verschieben, vergrößern, verkleinern und verändern, wie ich will. Arbeitest du analog, ist das nicht so einfach. Da kann sich die Gestaltungsliste auszahlen.
Meine Inhalte-Liste
Eine Inhalte-Liste mache ich aber jedes Mal, wenn ich ein neues BuJo anlege. Auf der für das erste Buch 2026 stehen bei mir:
- Jahresplanung inkl. Becoming Board
- Future Log (seit Ewigkeiten zum ersten Mal wieder)
- Tracker, die ich das ganze Jahr führe (Migränehäufigkeit, Schmerzmittelgebrauch, Morgenspaziergänge, Sport, Haushalt, Schlaf und 3 Tracker, die mein Wort des Jahres mit Leben füllen)
- Seiten mit gelesenen Büchern pro Monat
- Seiten für meine Erinnerungscollagen je Monat
Letztes Jahr hatte ich beispielsweise auch noch eine Geburtstageliste, Briefkontakte, eine Liste mit Lieblingsautoren, sowie Wunsch- und Geschenkelisten im BuJo. Darauf habe ich dieses Jahr verzichtet. Die Geburtstage habe ich in eine separate Liste in TickTick ausgelagert und dort mit Erinnerungen versehen. Mir wird also am jeweiligen Tag immer eine Aufgabe angezeigt, die lautet „XY gratulieren“ – so muss ich nicht mehr daran denken, jeden Tag nachzusehen, ob jemand Geburtstag hat. Die anderen genannten Collections habe ich 2025 so gut wie nicht genutzt. Also muss ich sie auch nicht ins neue BuJo übernehmen.
Wichtig: Ich habe hier noch keine Tracker, Liste und Collections notiert, die ich im Januar nutzen möchte. Die Monatssetups trenne ich von allem anderen. Darum kümmere ich mich erst, wenn das neue BuJo aufgesetzt und fertig ist.
Die richtige Hardware finden
Als nächstes brauchst du die richtigen Materialien. Du nutzt dein BuJo nur dann regelmäßig, wenn du es gern in die Hand nimmst.
Das richtige Notizbuch
Ein gutes Notizbuch ist deshalb das A und O. Wenn du digital arbeitest, kommt hier die gute Nachricht: Ich hab eins für dich vorbereitet! Im Downloadbereich findest du ein leeres, digitales Notizbuch im A5-Format mit Punktraster, das du dir als PDF herunterladen und dann einfach in deine Notiz-App importieren kannst. Zugriff auf den Download-Bereich bekommst du als Abonnentin oder Abonnent des Zeitplanerin-Magazins.

Wenn du analog, also mit einem Notizbuch aus Papier arbeitest, musst du zunächst ein paar Entscheidungen treffen:
- Hardcover oder Softcover? Hardcover bleiben besser aufgeschlagen liegen und sind weniger empfindlich gegen Knicke usw, dafür schwerer, dicker und meist teurer.
- Welches Papier? Das hängt vor allem von den Stiften ab, die du nutzen willst. Wer viel mit Füller schreibt, hat keinen Spaß an Recycling-Papier, weil die Tinte verläuft, aber auch keinen an super glatten Papieren, weil alles verwischt und ewig nicht trocknet. Meiner Meinung nach das beste Papier haben die Leuchtturm Notizbücher (aber nur BuJo- oder 120g-Editionen) sowie die Paperblank-Bücher (die es aber nicht mit Punktraster gibt).
- Welche Lineatur? Die Lineatur gibt an, ob du linierte, karierte, gepunktete oder Blanko-Seiten im Notizbuch hast. Ich empfehle dir Punktraster – genug Struktur, um gerade zu arbeiten, aber dezent genug, um schön auszusehen.
Mit den großen Notizbuchmarken wie Leuchtturm1917, Perfectly Penned, Dingbats, Lebenskompass, Scribbles that matter und Co. machst du nicht viel falsch. Leider sind die meist auch echt teuer. Es kann sich also lohnen, sich die günstigeren Bücher auf Amazon und Co genauer anzusehen. Worauf du beim Kauf eines Notizbuchs achten solltest, habe ich dir im Zeitplanerin-Blogpost „Notizbuch, Ringbuch, Travellers Notebook: Finde das richtige Werkzeug für dein Bullet Journal“ im Detail zusammengetragen.
Die richtigen Stifte
Neben dem Notizbuch spielen natürlich auch deine Stifte eine Rolle. Aber ganz ehrlich, wenn du 2 Regeln beachtest, kannst du fast jeden Stift benutzen – meine kamen ganz oft super günstig von Action (tolle Kreativ-Abteilung!) oder Tedy.
Achte einfach darauf:
- keine Stifte auf Alkoholbasis zu nutzen. Das betrifft vor allem Marker, oft solche, die auch Künstler benutzen. Alkoholbasierte Stifte brauchen ein besonderes Papier. Auf normalen Papieren – egal wie dick – bluten die wie verrückt durch. Du ruinierst dir also die dahinterliegenden Seiten, wenn du damit in dein BuJo schreibst oder malst.
- das Papier deines Notizbuches passend zu deinem Hauptstift zu nutzen. Wir alle haben den einen Stift, den wir im Alltag am häufigsten nutzen. Wenn du nicht weißt, was ich meine, frag dich, womit du deine Notizen im Daily, also der Tagesübersicht, machen wirst. Wenn es schnell gehen und nichts Besonderes sein muss, welchen Stift nutzt du dann? Die meisten werden hier Füller, Kuli oder Gelstift antworten. Achte darauf, dass das Papier deines Notizbuchs dazu passt. Kuli kommt mit fast allem klar, fühlt sich aber nicht auf jedem Papier gleich gut an. Füller und Gelstifte brauchen glattes, aber nicht versiegeltes Papier für das schönste Schriftbild, das nicht 3 Tage trocknen muss.
Grundsätzlich gilt: Je dünner dein Papier, desto größer die Gefahr des Durchblutens. Damit bezeichnet man das Phänomen, wenn du die Vorderseite beschreibst und die Farbe des Stifts auf der Rückseite durchdrückt. In den normalen Leuchtturm-Büchern zum Beispiel, die nur 80-Gramm-Papier haben, scheint selbst ein Kuli durch, Brushpens zum Lettern oder farbige Fineliner können so stark durchbluten, dass die Rückseite unbrauchbar wird.
Weitere Hilfsmittel
Wenn du gern ein bisschen gestalten möchtest, lohnt es sich vielleicht, in ein paar Hilfsmittel zu investieren. Mein Tipp: Weniger ist mehr! Ich habe anfangs Millionen Stempel, Sticker und Schablonen gekauft und am Ende kaum etwas davon genutzt, weil es mir entweder zu umständlich war oder von der Größe nicht auf die Seite passte oder nicht zum Design passte oder oder oder.
Das sinnvollste Hilfsmittel ist ein Lineal. Ohne das geht es analog, meiner Meinung nach, wirklich nicht. Schablonen für simple Formen wie Kreise, Kästen usw. oder spezielle BuJo-Schablonen können hilfreich sein. Letztere kommen in der Regel in einem Set von 10 bis 12 Schablonen und bieten etwas Schablonen für fertige Tracker. Stell dich darauf ein, davon mindestens die Hälfte, eher drei Viertel nie zu nutzen. Aber die anderen sind wirklich nützlich.
Bevor du Stempel oder Sticker kaufst, empfehle ich dir, Google zu bemühen. Gib „[Motiv] einfach zeichnen“ oder „[Motiv] als Sketchnote“ in die Suchleiste ein und du wirst überrascht sein, wie viel du selbst zeichnen kannst – komplett ohne Schablone oder Stempel.
Los geht’s!
Du hast einen Plan. Du hast das richtige Material. Jetzt musst du dich nur noch trauen. Übrigens, „Ich brauche dafür mehr Zeit“ zählt als Ausrede nicht. Es gibt keine Regel, die besagt, dass du das neue BuJo komplett am Stück aufsetzen musst.
Womit fängst du an?
Laut Ryder Carroll beginnt dein Buch immer mit dem Key, dem Index und dem Future Log.
Key
Das ist die Legende der Symbole, die du verwendest, um deine Einträge im BuJo zu unterscheiden. Klassisch steht ein Punkt vor offenen Aufgaben, ein Kreis vor Terminen/Ereignissen und ein Gedankenstrich vor Notizen. Neu ist das Gleichzeichen als Marker für Einträge über deine Gefühle. Dazu kommen sogenannte Signifier, also zusätzliche Symbole, die einen Eintrag besonders hervorheben. Das kann ein Stern sein oder ein Ausrufezeichen für besonders Wichtiges oder ein Fragezeichen, um anzuzeigen, dass du da noch etwas klären musst. Du kannst mit den Symbolen aus der BuJo-Methode arbeiten und/oder deine eigenen erfinden. Ich zum Beispiel nutze den Gedankenstrich nur für Notizen, die zu bestimmten Projekten gehören. Reine Beobachtungen, also die tagebuchähnlichen Einträge, markiere ich mit einem Herz für Schönes, einem Blitz für Blödes und einer Raute für Neutrales. Du kannst den Key jederzeit ergänzen. Ihn zu haben, sorgt aber dafür, dass du bis Januar nicht schon wieder vergessen hast, womit du arbeiten möchtest.
Index
Der Index ist dein Inhaltsverzeichnis. Arbeitest du digilog, kannst du den weglassen, weil die meisten Notizen-Apps eine Suchfunktion haben. Analog ist der aber wichtig, sonst findest du die Dinge nie wieder. Damit erklärt sich von selbst, dass du das Inhaltsverzeichnis nicht nur anlegen, sondern im Laufe der Zeit auch konsequent befüllen musst.
Future Log
Der Future Log gibt dir auf wenigen Doppelseiten einen Überblick über das Jahr. Hier sollst du Termine eintragen, die weiter in der Zukunft liegen als dein BuJo aktuell vorbereitet ist und da wir ja immer nur den aktuellen Zeitraum vorarbeiten, damit alles so viel Platz bekommt, wie es braucht, betrifft das alle Termine, die nicht im aktuellen Monat liegen.
Ehrlich gesagt: Ich finde das Future Log für diesen Nutzen unbrauchbar. Ich habe viel mehr Termine, als ich im Future Log eintragen könnte. Der Platz reicht schlicht nicht. Deshalb habe ich es lange gar nicht genutzt. 2026 bekommt es eine neue Chance. Ich trage allerdings nur noch Termine ein, die nicht Standard sind. Die wöchentlichen Arbeitsmeetings kommen da also nicht rein, auch nicht das spontane Kaffee trinken mit einer Freundin. Abendtermine, besondere Verabredungen und Termine, die Zeit und geistige Kapazität kosten, trage ich aber ein.
Mein Ziel: Ich will den Future Log weniger für die Termin- als für meine Kapazitätsplanung nutzen. Das funktioniert mit meinem digitalen Kalender nicht so gut, weil der zum einen auch Termine meines Mannes und allgemeine Erinnerungen (Podcast-Planung, Bucherscheinungen, Müllabfuhr) enthält und so immer übervoll wirkt. Zum anderen, weil ich ihn in der Wochen- maximal in der Monatsansicht ansehe. So bekomme ich aber keinen großen Überblick. Das Futur Log hilft da hoffentlich. Schon jetzt habe ich zum Beispiel einen Termin- und Verabredungsstopp für den Januar verhängt, vor allem für die Wochenenden, weil ich beim Eintragen gemerkt habe, dass der Monat jetzt schon unheimlich voll ist.
Jetzt kommen deine Collections
Nach der Original Bullet Journal Methode müsstest du jetzt nur noch die Inhalte aus deinem alten Buch, die du mitnehmen möchtest, übertragen und wärst fertig. Aber dafür haben wir uns ja nicht die Mühe gemacht, einen Plan zu schreiben. Jetzt füllst du also nach und nach die weiteren Seiten mit den Collections, Listen und Trackern, die du gern aufnehmen möchtest. Und natürlich beinhaltet das auch die, die dir im alten Buch gute Dienste geleistet haben und ins neue Buch umziehen sollen.
Extra-Tipp: Wenn du dir unsicher bist, wie du eine Seite anlegen willst, such dir entweder Inspiration aus dem Internet. Nachbauen ist keine Schande, solange du nicht fremder Leute Arbeit als deine eigenen Ideen ausgibst und/oder damit Geld verdienst. Vorsichtig bei Designs, die markenrechtlich geschützte Motive zeigen (Disney!). Die kannst du privat zwar nutzen, solltest sie aber nicht öffentlich, also etwa auf Social Media zeigen, denn das kann teuer werden. Und wenn du online nichts findest oder du gern selbst von Anfang bis Ende kreativ sein willst, dann kannst du deine Seiten auch grob mit Bleistift auf Schmierzetteln vorskizzieren.
In meinem Discord-Channel gibt es übrigens auch einen Thread zum Bullet Journal. Da kannst du deine eigenen Layouts gern zeigen, dir Inspiration und Hilfe von den anderen holen und deine Fragen oder Diskussionspunkte loswerden. Ich freu mich, dort von dir zu lesen!
