Wochenreflexion – von simpel bis komplex

Wochenreflexion – von simpel bis komplex

Für mich gehört die Wochenreflexion zur Wochenplanung, weil ich erstmal verstehen will, was in der vergangenen Woche gut oder schlecht gelaufen ist, bevor ich die neue Woche plane. Aber ich weiß, dass die Reflexion für viele von euch eine echte Herausforderung ist. Deshalb schauen wir uns heute mal an, worauf es ankommt, wie du dir die Reflexion leichter machen kannst und welche Methoden aus meiner Sicht am besten funktionieren.


Machen wir uns nichts vor: Die Wochenreflexion ist auch bei mir der mit Abstand aufwendigste Teil der Wochenplanung. Meine Wochenplanung dauert insgesamt ca. 1 Stunde, mehr als die Hälfte davon ging bisher für die Wochenreflexion drauf. In den letzten Wochen hat sich das bei mir etwas gewandelt. Wie und warum erzähle ich dir am Ende. Wenn aber der Aufwand dein größter Hinderungsgrund ist, habe ich ein paar Hilfestellungen, aber leider keine Lösung für dein Problem.


Neben dem Aufwand höre ich aber auch oft, dass sich die Reflexion irgendwie nutzlos anfühlt oder du gar nicht so richtig weißt, wie eine Reflexion aussehen muss, damit du später auch damit weiterarbeiten kannst. Und das können wir ändern!


Unterscheide rein organisatorische und persönliche Reflexion


Die schnellste Form der Reflexion ist die rein organisatorische. Du schaust auf die vergangene Woche und klärst:

  • Sind Termine ausgefallen oder verschoben worden und hast du das schon in deinem Kalender abgebildet?
  • Musst du zu den Terminen der vergangenen Woche noch etwas erledigen? Muss etwa ein Protokoll geschrieben, eine Mail verschickt, ein Folgetermin vereinbart oder ein Briefing abgehalten werden? Und wenn ja, steht das schon in deiner Aufgaben-Sammelliste?
  • Hast du alle Aufgaben der vergangenen Woche geschafft? Wenn nein, was passiert mit denen, die noch offen sind (ersatzlos streichen, auf nächste Woche schieben oder zurück in die Sammelliste oder delegieren)?
  • Sind vergangene Woche neue Aufgaben hinzugekommen, die du noch nicht in deinem System / auf deiner Sammelliste notiert hast?


Die Antworten auf diese Frage lösen automatisch konkrete Aktionen aus. Damit ist die Reflexion nicht nur schnell, sondern auch super konkret und nützlich. Aber: Eine rein organisatorische Reflexion sagt dir nichts darüber, wie es dir geht, was dir gut getan hat und was nicht, warum du bestimmte Aufgaben vielleicht prokrastiniert hast und andere nicht und ob du deinen persönlichen Zielen und Wünschen näher gekommen bist oder nicht.

Persönliche Reflexion


Um diese Themen abzubilden, brauchst du eine persönliche Reflexion. Da gibt es allerdings nicht nur einen Ablauf, sondern viele verschiedene Methoden. Hier sind ein paar, die ich empfehlen kann:


Win of the week


“Winning the week” ist eine ganze Methode zur Wochenplanung. Wir konzentrieren uns mal nur auf den Teil zur Reflexion und der ist denkbar einfach. Du stellst dir am Ende der Woche eine Frage: Was habe ich diese Woche gemacht, dass mein Leben in Zukunft besser machen würde, wenn ich es beibehalten würde?


Wenn du diese “Wins of the week” eine Weile sammelst, ergeben sich sehr spannende Muster, denn die wirklich großen Hebel wiederholen sich. Ich habe mit dieser Methode mehr als ein Jahr reflektiert und hatte danach eine ziemlich klare Übersicht über die Gewohnheiten und Verhaltensweise, die ich ändern müsste (viele drehten sich um Schlaf, Kommunikation und Selbstfürsorge).


Zahlenbewertung


Meine aktuelle Methode habe ich gemeinsam mit ChatGPT erarbeitet. Das hat ewig gedauert, aber die Methode, die am Ende heraus kam, ist simpel: Such dir die Lebensbereiche heraus, die du langfristig verändern oder verbessern möchtest. Jede Woche bewertest du, wie die Woche in diesen Lebensbereichen gelaufen ist. Dazu nutzt du Zahlen: 1 = besser als im Durchschnitt, 2 = wie immer, 3 = schlechter als im Durchschnitt.


Ich notiere in der Regel noch ein paar Stichpunkte, die erklären, was mich zu dieser Einschätzung bringt.


Anschließend entscheidest du, auf welchen Lebensbereich du dich in der nächsten Woche konzentrieren willst. Und wirklich nur einer! Ich weiß, die Versuchung ist groß, alle zu bearbeiten, aber das zersplittert deine Aufmerksamkeit und am Ende hat sich nichts davon positiv verändert. Notier dir 3 bis 5 konkrete Dinge, die du nächste Woche tun kannst, um diesen Lebensbereich zu verbessern und berücksichtige die dann direkt in deiner Wochenplanung.


Plus, Minus, Next


Diese Methode stammt aus dem Buch “Tiny Experiments” von Anne-Laure LeCunff. Du zeichnest dir dafür eine Tabelle mit 3 Spalten und benennt die “Plus”, “Minus”, “Next”.

In die Plus-Spalte schreibst du alle Dinge, die in dieser Woche gut gelaufen sind. In der Minus-Spalte landet alles, was blöd war und dich davon abgehalten hat, deine Ziele zu erreichen. Unter “Next” notierst du konkret, was du in der nächsten Woche anders machen willst. Wichtig: Nicht jeder Plus-/Minus-Eintrag braucht ein Pendant in der Next-Spalte. Überfordere ich dich hier nicht.


Mir persönlich ist die Methode zu schwammig. “Was lief gut / schlecht?” ist für mich keine gute Reflexionsfrage, weil der Rahmen, der Kontext fehlt. Hier kann man seitenweise Notizen machen, hat am Ende aber nichts, das einen weiterbringt.


Mein Tipp: Schaff einen Bewertungsrahmen, frag also: “Was lief gut/schlecht in Bezug auf….?” Hier kannst du ein persönliches Wochenziel einsetzen oder vielleicht eine Verhaltensänderungen, deinen Sport, Haushalt, Familie, Gesundheit… Wichtig ist nur, dass deine Reflexion einen konkreten Kontext bekommst, damit du nicht vom Hundertsten ins Tausendste kommst.


Reflexionsfragen


Der wahrscheinlich häufigste Internet-Tipp, wenn es um Reflexion geht, sind Reflexionsfragen. Ich mag das auch, muss dich allerdings warnen: Reflexionsfragen zu beantworten, ist die mit Abstand aufwendigste Reflexionstechnik. Nicht nur, weil du dir eben Zeit nehmen musst, Antworten zu formulieren, sondern vor allem, weil du deine Antworten danach noch mal sorgfältig lesen musst, um konkrete Aufgaben oder Änderungen für die nächste Woche abzuleiten.


Wichtig: Wenn du mit Reflexionsfragen arbeitest, sorg dafür, dass du immer dieselben oder zumindest solche wählst, die dieselben Reflexionsbereiche abdecken. Wenn du jede Woche andere Fragen beantwortest, kann das zwar mehr Spaß machen, aber deine Einträge sind so nicht vergleichbar. Du kannst also nicht erkennen, ob du dich in eine gewünschte Richtung entwickelst. Das ist dann eher offenes Journaling als klassische Reflexion.

So bringt dich Reflexion wirklich weiter


Ich kombiniere übrigens immer organisatorische und persönliche Reflexion. Allerdings erlaube ich mir, auf die persönliche zu verzichten, wenn ich einfach mal gar keine Lust habe. Die organisatorische würde ich an deiner Stelle aber nie weglassen, sonst rutschen dir unter Umständen Verpflichtungen durch, die dann Stress verursachen.


Um deine Wochenreflexion so einfach wie möglich, aber vor allem auch so nützlich wie möglich zu gestalten, kannst du dich an folgenden “Regeln” orientieren:

  • Reflektiere, was für dich wichtig ist (nicht, was vernünftig, erwachsen oder von anderen bevorzugt wäre)
  • Leite immer konkrete Handlungen für die nächste Woche ab und trag sie im Kalender / der Aufgabenliste ein
  • Sorg dafür, dass deine Reflexion von Woche zu Woche vergleichbar ist
  • Mach täglich kurze Notizen zu tollen/miesen/lehrreichen Erfahrungen, sonst hast du sie zur Wochenreflexion vergessen
  • Wochenreflexion ist immer nur eine Momentaufnahme – mach deinen Frieden damit, dass sie immer nur den aktuellen Stand/dein Gefühl zum Zeitpunkt der Reflexion abbildet. Wer versucht, einen genauen, objektiven Wochendurchschnitt zu repräsentieren, wird schnell sehr frustriert sein. Deshalb machen wir die Reflexion jede Woche. So finden wir mit der Zeit Muster und Trends, obwohl die einzelnen Reflexionen nur Momentaufnahmen sind.
  • Reflektiere nur, wenn du das brauchst und es dir etwas bringt, nicht, weil es halt dazu gehört.

Meine aktuelle Reflexionspraxis


Bisher habe ich meine Reflexion im Kalender (Termine), in TickTick (Aufgaben) und dem Bullet Journal (persönliche Reflexion) gemacht. Das hat sich vor ein paar Wochen geändert. Da hatte ich Monika Strubegger in meinem Podcast zu Gast, die eine neue Planungsapp entwickelt hat. Planoid*, so ihr Anspruch, soll ein “digitales Bullet Journal mit mehr Funktionalität, aber derselben Ästhetik” sein. In Vorbereitung des Podcasts durfte ich Planoid vor dem GoLive testen und bin seither nicht mehr losgekommen.

Monika hat meine Zahlen-Skala-Bewertung für das Reflexionstool in Planoid übernommen, so dass ich heute tatsächlich nur noch Planoid brauche.

Kalender und Aufgaben sind integriert. Damit geht die organisatorische Reflexion sehr schnell und im Modul für die Wochenreflexion kann ich einzelne Karten anlegen, die mich schnell durch die Reflexion führen. Ich wähle den Lebensbereich aus (oder lege einen neuen an), bewerte die Woche mit “besser”, “gleich” oder “schlechter” und hab dann Felder, um kurz zu notieren, was mich zu der Einschätzung bringt, was ich ändern oder beibehalten will. Und ganz unten kann ich konkrete Aufgaben oder Maßnahmen notieren für die kommende Woche. Die landen dann auf einem “Zettel” der auch im neuen Weekly auftaucht, so dass ich die Maßnahmen dann direkt in die Wochenplanung übernehmen kann.

Weil das alles so schnell geht, reflektiere ich inzwischen nicht nur meine 4 Hauptthemen “Mut”, “Energie”, “Verbundenheit” und “Lebendigkeit”, sondern auch Themen wie “Gesundheit” oder “Wohnung und Umgebung”.

The text appears to be a questionnaire or survey about a user's weekly activities, health, and personal goals.

KI-generierte Inhalte können fehlerhaft sein.
Einziger Nachteil: Wenn ich tippe, bin ich manchmal zu schnell, um in Ruhe nachzudenken. Die Reflexion handschriftlich zu machen, hilft und das ist in Planoid nicht möglich.

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