Abendroutine: Produktiver, kreativer, leistungsfähiger

Morgens gut aus dem Bett kommen, tagsüber produktiv, kreativ und kommunikationsstark, abends voller Energie und gut gelaunt. Um das zu gewährleisten, habe ich jahrelang eine Morgenroutine nach der anderen ausprobiert. Nur um jetzt festzustellen, dass ich damit an der falschen Stelle gesucht habe. Denn für einen guten Morgen, einen guten Tag brauche ich einen guten Abend. Hier kommen meine Tipps für deine Abendroutine.

Letztlich läuft alles auf eine einzige Sache hinaus. Ob ich morgens gut aus dem Bett komme, wie viel ich tagsüber schaffe, wie gut ich gelaunt bin, wie viel Energie ich nach Feierabend noch habe. Das alles hängt nur von einer einzigen Frage ab: Habe ich gut und genug geschlafen?

Schlaf entscheidet über deine Produktivität

Leider haben Schlaf und ich eine eher komplizierte On-Off-Beziehung. Nicht, weil ich Schlafstörungen hätte. Ich brauche zwar ein bisschen mehr als die 5 Sekunden, die mein Mann zum Einschlafen braucht, aber grundsätzlich schlafe ich gut ein und durch. Allerdings habe ich Schwierigkeiten damit, Schlaf als wichtig und wertvoll und gut zu betrachten. Schon seit meiner Jugend verbinde ich mit Schlaf eher das Gefühl: „In der Zeit könnte ich so viel machen!“ und schiebe die Bettzeit deshalb auch unter der Woche oft viel zu weit hinaus. Eine Nacht mit nur 5 oder 6 Stunden Schlaf geht schon. Zwei auch. Aber spätestens danach merke ich, dass alles den Bach runter geht: Ich werde launisch und zickig, kann mich zu nichts aufraffen, vergammele unendlich viel Zeit mit Schwachsinn, fühle mich ausgelaugt, bekomme wieder häufiger Migräne und Verspannungen, halte meine Planungen nicht ein, werde träge und kann mich am Ende selbst nicht leiden.

Dabei kenne ich mich und mein Schlafbedürfnis genau: Ich weiß, dass ich zwischen 7 und 8 Stunden Schlaf brauche, um maximal leistungsfähig zu sein. Ich weiß auch, dass ich am besten schlafe, wenn ich zwischen 22 und 23 Uhr ins Bett gehe, mich dann noch 20 Minuten auf meine Akkupressurmatte lege und dann einschlafe. Dabei mag ich gern bei offenem Fenster schlafen (was bei uns leider die meiste Zeit des Jahres nicht geht, weil mein Mann im Frühling und Sommer unter einer heftigen Pollenallergie leidet) und komme morgens besser aus dem Bett, wenn das Schlafzimmer nicht ganz abgedunkelt ist, sondern ich ein bisschen Tageslicht abkriege, wenn der Wecker klingelt.

Es wäre also ganz einfach: Geh früher ins Bett, krieg deine 7 Stunden Schlaf und alles ist gut. Ja… nein.

Wenn der Tag scheiße ist, musst du am Abend schrauben

Ich habs versucht und versuche es weiter, wirklich. Aber ich kann mich einfach nicht dazu überwinden, schon um 22 Uhr ins Bett zu gehen. So viel Zeit, so viel Potenzial, das da verloren geht. Es bleibt das Ziel, aber in der Zwischenzeit brauche ich eine andere Lösung, um den Morgen und den folgenden Tag trotz zu wenig Schlaf gut gelaunt und produktiv zu verbringen. Dafür habe ich jahrelang eine Morgenroutine nach der anderen ausprobiert. Hat alles nichts genützt und heute weiß ich auch, warum: Der Morgen ist gar nicht mein Problem. Der Abend ist das Problem.

Ich bin ein Morgenmuffel und bleibe einer. Ich mag morgens nicht reden, keinen Sport machen, mich nicht weiterbilden und auch nicht meditieren (Ich schlafe ja ohnehin quasi noch, das ist praktisch Meditation). Meine Morgenroutine heißt: Toilette, Kaffee, Bad – und dann genug Zeit für Haare und Make up, damit ich mich in und mit mir wohlfühle. Mehr Morgenroutine brauche ich nicht. Heißt also: Ich brauche vom Aufstehen zum Losfahren (oder Losarbeiten an Homeoffice-Tagen) nicht mehr als 30 Minuten. Es sei denn…

Ja, es sei denn, ich hab den Abend zuvor versaut. Dann bricht morgens nämlich genau der Stress aus, den ich überhaupt nicht brauchen kann. Dann vergesse ich wichtige Dine, die ich im Büro bräuchte, fahre zu spät los, vergeude ewig Zeit, um herauszufinden, womit ich eigentlich anfangen will und so weiter.

Meine Abendroutine: 5 (oder 6) Schritte für mehr Produktivität und gute Laune

Deshalb habe ich für mich jetzt eine Abendroutine etabliert, die das verhindern soll. Die meiste Zeit über mache ich sie sogar gern (wenn ich keine Lust habe, reicht der Gedanke an den kommenden Morgen und ich mache sie doch). Und so sieht meine Routine derzeit aus:

  • Mein Handy schaltet sich um 23 Uhr in den Schwarz-Weiß-Modus. Klingt banal, aber Social-Media-Apps zu bedienen, wird damit mega anstrengend, was dazu führt, dass ich sie ab dieser Zeit kaum noch benutze. Das Handy ganz auszuschalten ist dann nur noch ein kleiner Schritt. Und selbst, wenn ich den Schlafenszeitmodus wieder ausschalte, weil ich noch etwas am Handy zu erledigen habe, ist der Wechsel in den Schwarz-Weiß-Modus ein mächtiger Reminder daran, wie spät es schon ist und dass ich allmählich zum Ende kommen sollte.
  • Ich starte meine Planungsroutine. Das bedeutet: Kurze Tagesreflexion mit einer kleinen Liste der Dinge, für die ich dankbar/auf die ich stolz bin. Wenn ich tagsüber nicht dazu gekommen bin, die wichtigsten Ereignisse und Erkenntnisse in meinem Bullet Journal zu erfassen, mache ich das jetzt. Anschließend Set up des nächsten Tages, also Termine eintragen im Bullet Journal Daily, To-Do-Liste schreiben, noch offene Aufgaben aus dem aktuellen Tag übertragen, ggf. Zeitboxen festlegen, wenn ich am nächsten Tag mit Timeboxing arbeiten will.
  • Anschließend packe ich meine Tasche, wenn ich am nächsten Tag ins Büro fahre, so dass ich morgens nur noch mein Handy einpacken muss (und das Essen, wenn ich mal gekocht habe).
  • Zum Abschluss räume ich den Schreibtisch leer, bringe meine Kaffeetasse usw. weg und lege mir, wenn der nächste Tag ein Homeoffice-Tag ist, alle Unterlagen/Hilfsmittel für die Aufgabe zurecht, mit der ich am nächsten Tag starten will (also auch die Yogamatte, wenn ich wirklich mal wieder Lust habe, mit Yoga in den Tag zu starten).
  • Dann lege ich mir die Kleidung für den nächsten Tag raus, ebenso die Make up-Utensilien, die ich brauche.

Ist das erledigt, gehe ich duschen (die Pollen, ihr wisst schon, die haben Schlafzimmerverbot) und lege ich mich im Bett oft noch 20 Minuten auf meine Shaktimat. Ich lese meistens ohnehin noch, also kann ich das auch verbinden. Auf diese Weise bekomme ich zwar gewöhnlich immer noch zu wenig Schlaf, aber ich kann die verfügbare Zeit zumindest bis zur letzten Minuten zum Schlafen nutzen, weil der Morgen wie ein geöltes Uhrwerk läuft, ich nicht mehr denken, entscheiden oder suchen muss.

Abendroutine: Darauf solltest du achten

Wenn du es nun ebenfalls mal mit einer Abendroutine versuchen willst, kommt hier die Checkliste, worauf du achten solltest:

  1. Bau dir eine Routine, die dir einen guten Schlaf ermöglicht (wenn schon nicht genug, dann wenigstens gut!).
  2. Bau dir eine Routine, die den kommenden Morgen entspannt. Bereite also alles vor, triff alle Entscheidungen am Vorabend.
  3. Bau dir eine Routine, die dir erlaubt, mit dem Tag abzuschließen (Journal, Tagebuch, Reflexion, Meditation – was auch immer dir hilft, den Kopf abzuschalten und das Grübeln einzustellen).

Hast du bereits eine Abendroutine? Dann erzähl mir gern, worauf du dabei achtest! Entweder hier in den Kommentaren oder auf Instagram.

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