Warum du unmögliche Ziele haben solltest

Ziele sind erreichbare Träume. Eigentlich. Wenn du deine Ziele definierst, sollst du darauf achten, dass du das konkret und erreichbar formulierst. Eigentlich. In Wirklichkeit solltest du unbedingt (scheinbar) unerreichbare Ziele festlegen. Wie dich das nach vorn bringt, erklärt dir (und mir) heute Nicole im allerersten Gastbeitrag auf zeitplanerin.de – über A-Ziele, B-Ziele und C-Ziele.

Unser Gehirn empfängt etwa 1 Million Sinneseindrücke in der Sekunde. Das Unterbewusstsein muss bei jeder Information beurteilen, ob diese für dich wichtig ist oder nicht. Wichtiges wird dir ins Bewusstsein geschickt, Unwichtiges nicht.

Bsp: Wenn du dich z.B. als Frau mit dem Thema Kinder kriegen beschäftigst, siehst du plötzlich überall Schwangere oder Menschen mit Kinderwagen. Viel mehr als noch vor kurzem. Und ich verrate dir etwas: Die gab es vorher auch schon, doch zu der Zeit war das Thema für dich unwichtig. Somit wurden dir Eindrücke dazu vom Unterbewusstsein nicht in dem Maße bewusst gemacht und du konntest sie nicht wahrnehmen.

Doch nur, wenn dir auch unerwartete Optionen bewusst werden, kannst und wirst du sie nutzen. Um das zu gewährleisten, tricksen wir unser Gehirn aus, indem wir ihm drei Arten von Zielen vorgeben: Die A-, B- und C-Ziele.

Kurzdefinition

A-Ziel
hatte ich schon einmal – weiß was zu tun ist, um es zu erreichen

B-Ziel
hatte ich noch nie – weiß was zu tun ist, um es zu erreichen

C-Ziel
hatte ich noch nie – weiß nicht was zu tun ist, um es zu erreichen

A-Ziele: die Kuschelzone

A-Ziele stellen für dich (und dein Gehirn) keine Herausforderung dar. Du hattest das Ergebnis schon einmal und weißt auch fast im Schlaf, wie du diese Ziele wieder erreichen kannst. Du musst es einfach nur angehen.

Beispiel-Ziel: Ich sauge jeden Tag.

B-Ziele: das Fitnessstudio

Für B-Ziele musst du schon ein wenig aus deiner Komfortzone kommen, denn um sie zu erreichen, musst du mehr tun als bekannten Wegen zu folgen. Trotzdem schätzt du dein Ziel als machbar ein und weißt, wie du es erreichen kannst. Allerdings hast du es noch nie gemacht bzw. gehabt.

Mit einem guten (Zeit-)Plan kannst du Schritt für Schritt deinem Ziel näher kommen. Denn kleine Schritte sind einfacher zu machen als große.

Beispiel-Ziel: Ich habe einen perfekten Putzplan, mit dem ich meine Wohnung von oben bis unten ohne großen Zusatzaufwand in Top-Zustand halte. Ich muss mir keine Gedanken mehr machen, welche Hausarbeit wann dran ist. Denn in meinem Plan ist an alles gedacht.

C-Ziele: die Challenge Zone

Nun kommen wir zu den wirklich interessanten Zielen. C-Ziele sind Ziele, welche realistisch, aber aus heutiger Sicht für dich unerreichbar sind. Du hattest das Ergebnis noch nie und weißt überhaupt, nicht was zu tun ist, um es zu erreichen. Bei diesem Ziel denkst du automatisch: „Das zu haben, wäre ein Traum.“

Setz dich jetzt hin, nimm dir einen Stift, ein Blatt Papier und fang an zu träumen! Schreib deine C-Ziele auf! Du darfst dabei riesengroß denken. Unverschämt groß sogar.

Beispiel-Ziel: Ich muss mich nie wieder um Hausarbeit kümmern. Alles wird wie von Zauberhand ohne mein Zutun erledigt.

C-Ziele sind nicht dafür da, erreicht zu werden. Es ist auch egal, ob und wie man dieses Ziel je erreichen könnte. Der Sinn dieser Ziele liegt einzig und allein darin, dass dein Unterbewusstsein für das (noch) Unmögliche offen wird.

C-Ziele öffnen deinen Geist für scheinbar Unmögliches

Über C-Ziele nachzudenken, öffnet dein Gehirn also für neue Möglichkeiten. Es merkt, dass du über „Unmögliches“ nachdenkst – und wird dir bewusster alle Wahrnehmungen präsentieren, die dazu passen. Meistens füttern diese neuen Wahrnehmung einfach dein Träumen, manchmal schafft es neue Verknüpfungen und damit Lösungen für Probleme, die mit dem konkreten C-Ziel gar nichts zu tun haben. Und manchmal wirst du damit offen für Optionen, die dein C-Ziel plötzlich von einem Traum in ein „echtes“, also erreichbares, Ziel verwandeln.

Bleiben wir bei dem Haushaltsbeispiel: Wenn ich mich mit meinem B-Ziel zufrieden gebe würde, dann hätte ich vielleicht irgendwann den perfekten Putzplan, es wäre alles aufeinander abgestimmt, ich müsste mir keine Gedanken mehr machen, einfach stupide den Plan abarbeiten und meine Wohnung wäre sauber.

Aber mein Unterbewusstsein würde alles, was darüber hinaus geht, als unwichtig einstufen, weil es dafür von mir keinen Bedarf gibt.

Habe ich jedoch auch mein C-Ziel vor Augen, dann werde ich sofort hellhörig, wenn sich in meiner Nähe zwei Frauen darüber unterhalten, dass eine von ihnen eine sehr vertrauensvolle Haushaltshilfe hat, welche jeden Tag die Wohnung reinigt, sobald sie auf Arbeit gegangen ist. Und schon gibt es eine Möglichkeit das bisher Unmögliche zu erreichen. Plötzlich wurde aus einem C-Ziel ein B-Ziel. Ich hatte das Ergebnis noch nie, weiß aber nun, was zu tun ist, um es zu erreichen.

Nun muss ich mir nur noch einen Plan mit kleinen Schritten machen:

  • Haushaltshilfe suchen, die mir sympathisch ist
  • schauen wie viele Stunden ich mir problemlos leisten kann
  • austesten (erst einmal in meiner Anwesenheit)

Anfangs habe ich also eine Haushaltshilfe, welche mir 1 bis 2 Stunden Hausarbeit in der Woche abnimmt. Das ist immerhin schon eine deutliche Verbesserung im Vergleich dazu, alles allein zu machen.

Vielleicht habe ich irgendwann so viel Vertrauen, dass meine Putzfee ihre Arbeit machen kann, während ich unterwegs bin. Ich komme also nach Hause und wie durch Zauberhand ist es sauberer als zuvor. Und wer weiß, vielleicht kann ich mir das irgendwann täglich leisten und muss wirklich nie mehr selbst putzen.

Mach dein Unterbewusstsein offen dafür, Möglichkeiten zu erkennen, welche dich dem (noch) Unmöglichen näher bringen.

Was ist dein C-Ziel?

Nicole Bohnsack
Nicole Bohnsack ist psychologische Beraterin aus Erfurt und der erste Coach, mit dem ich je zusammengearbeitet habe. Weil ich von ihren Methoden schon unglaublich viel gelernt habe, habe ich sie gebeten, in einem Gastbeitrag einen Teil ihres Wissens auch mit euch zu teilen. Und wer weiß, vielleicht lässt sie sich danach zu mehr überreden – Themen gäbe es genug: Das Haus der inneren Anteile, die Lächel-Übung oder das Zürcher Ressourcen Modell zum Beispiel…
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