Was du vom Straßenfeger aus „Momo“ lernen kannst

Mal abgesehen davon, dass „Momo“ von Michael Ende ein tolles Buch ist und du dir mit der Lektüre gleich ein bisschen Me-Time gönnen kannst, kannst du vom Straßenfeger aus diesem Buch auch jede Menge für dein Selbstmanagement lernen. Was genau, erzähle ich dir heute.

Kennst du den Straßenfeger aus dem Buch „Momo“ von Michael Ende? Wenn nicht, mach hier eine kurze Pause und besorg dir das Buch! Und jetzt such mal die Stelle, an der er Momo erklärt, wie man am besten eine sehr lange Straße fegt. Er sagt: „Schritt, Atemzug, Besenstrich! Schritt, Atemzug, Besenstrich!…“ Im Prinzip erklärt er: Du darfst nicht aufs Ende schauen, sonst wirkt eine große Aufgabe unüberwindlich. Schau stattdessen immer nur auf den nächsten Schritt.

Konkret besteht die Straßenfeger-Methode aus zwei Bestandteilen:

  1. Achtsamkeit
  2. Babysteps

Und beides kannst du dir auch für dein Zeit- und Selbstmanagement zu Nutze machen – vor allem, wenn du große Projekte vor dir hast und weder weißt, wo und wie du anfangen, noch wie du das insgesamt bewältigen sollst.

Achtsamkeit: Bleib im Moment und damit leistungsfähig

Achtsamkeit gilt bisher eher als Instrument zur Entspannung und Entschleunigung. Ist es auch. Aber es ist noch sehr viel mehr. Studien haben nachgewiesen, dass sich Menschen, die regelmäßig eine Achtsamkeitsmeditation praktizieren, weniger leicht ablenken lassen und sich besser konzentrieren können.

Aber, und das finde ich besonders spannend, es ist inzwischen sogar nachgewiesen, dass regelmäßige Achtsamkeitspraxis das Gehirn physisch verändern kann. Friederike Fabritius und Hans Werner Hagemann schreiben dazu in ihrem Buch „Neuro-Hacks – gehirngerecht und glücklich arbeiten“: „Achtsamkeit macht den präfrontalen Cortex sowie den hinteren cingulären Cortex dicker, und das erhöht nicht nur die Fähigkeit zur Aufmerksamkeit, sondern auch die Gedächtnis- und Verarbeitungsleistung.“

Wenn du also lernst, gezielt im Moment zu bleiben, wenn das nötig ist, wirst du sehr wahrscheinlich effizienter und produktiver arbeiten. Und zusätzlich kann niemand multitasken, wenn er achtsam ist. Und das dankt dir dein Gehirn ebenfalls mit mehr Leistung, denn wer versucht, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen, um dadurch Zeit zu sparen, braucht Studien zu Folge bis zu 50 % mehr Zeit als ohne Multitasking – und macht dabei auch noch 50 % mehr Fehler.

Du willst wissen, wie man im Moment bleibt? Dann schau dir mal meinen Blogpost zum Thema Achtsamkeit an.

Babysteps: Schritt für Schritt zum Ziel

Erinnerst du dich noch an die Projekt- und die Nächste-Schritte-Listen? Darin haben wir diesen Teil der Straßenfeger-Methode schon mal angesprochen (nur unter anderem Namen). Zu Erinnerung: Auf die Projektliste kommen Aufgaben, die aus mehr als zwei Unteraufgaben bestehen. Auf die Nächste-Schritte-Liste kommen die aus den Projekten abgeleiteten Babysteps. Und nur die! Immer nur der eine konkrete nächste Schritt, der dich dem Projektziel näher bringt.

Du schaust dir also nicht das große Projekt an, sondern nur den kleinen Baustein, den du als nächstes brauchts. Und genauso macht es der Straßenfeger aus „Momo“. Er schaut nicht bis zum Ende der langen Straße, sondern nur vor seine Füße, nur bis zum nächsten Schritt. Und wenn er viele nächste Schritte gemacht und dabei immer die Fläche vor seinen Füßen gefegt hat, ist am Ende die ganze lange Straße sauber.

Genau das ist das Geheimnis: Der Blick auf das große Ziel, überwältigt dich. Und das kann dazu führen, dass du wie gelähmt bist und gar nicht erst anfängst. Doch wer nicht anfängt, wird das Ziel garantiert nie erreichen. Brichst du die große Aufgaben auf kleine Einheiten herunter, die leicht zu erledigen, deren Ziele leicht zu erreichen sind, ist es viel einfacher für dich, einfach anzufangen.

Ein Problem gibt es bei der Arbeit mit Babysteps allerdings: Du brauchst Durchhaltevermögen und einen vergleichsweise langen Atem. Du kommst ins Ziel, garantiert, aber wenn du winzige Schritte machst, dauert es länger, bis du erste Erfolge siehst und spürst. Das musst du aushalten können – und trotzdem weitermachen.

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