Die Irgendwann-Liste – dein Ideen-Backlog

Wenn du ein Scanner bist, kennst du das auf jeden Fall. Aber auch Taucher haben sie ab und an – diese Ideen und Geistesblitze, die irgendwie nach mehr klingen, für die aber jetzt gerade wirklich nicht die Zeit ist. Sie einfach zu ignorieren, funktioniert aber nicht. Und deshalb brauchst du eine Irgendwann-Liste.

Die Irgendwann-Liste ist genau das, was ihr Name sagt: Eine Liste, auf der du all die Dinge notierst, die dir gerade in den Kopf kommen, für die jetzt aber keine (oder nicht die richtige) Zeit ist. Wenn du sie aufschreibst, kann dein Gehirn aufhören, darüber nachzudenken und Kapazität für wichtige Dinge freigeben. Gleichzeitig kannst du die Ideen nicht mehr vergessen. Win-win für alle.

Ja… nein. So einfach ist es natürlich nicht. Ist es doch nie. Ich liebe die Idee der Irgendwann-Liste, die übrigens, wie so viele großartige Zeitmanagement-Tools, aus der Getting-Things-Done-Methode von David Allen stammt. Aber sie nützt dir nur dann, wenn du sie richtig umsetzt:

Sorg dafür, dass deine Irgendwann-Liste übersichtlich bleibt

Das Problem mit Irgendwann-Listen ist, dass du sie erweiterst und erweiterst und erweiterst. Wenn du aber gleichzeitig keine der Ideen daraus je umsetzt, wird sie auf diese Weise schnell zur Niemals-Liste. Denn sobald deine Liste so lang ist, dass du sie nicht mehr auf einen Blick überfliegen kannst, besteht die Gefahr, dass du einzelnen Ideen darauf total aus den Augen verlierst (Das gilt übrigens für jede Liste – deshalb soll auch deine To-Do-Liste nicht so lang werden).

Du kannst verhindern, dass du eine Niemals-Liste aufbaust, indem du dir feste Review-Termine einträgst. Leg dir also einen Tag im Monat oder in der Woche fest, an dem du deine Irgendwann-Liste Punkt für Punkt durchgehst. Je nachdem, wie lang deine Liste ist, brauchst du dafür Zeit – plan für diese Review also ausreichend Puffer ein (und mach sie am Stück, fang nicht dreimal an!). Aus meiner Erfahrung genügt es, wenn du das einmal im Monat machst. Schreibst du allerdings sehr oft neue Dinge auf deine Irgendwann-Liste, kann es sinnvoll sein, den Abstand zu verringern und die Liste zum Beispiel wöchentlich durchzugehen.

Räum deine Irgendwann-Liste regelmäßig auf

Du sitzt jetzt also gemütlich am Tisch, mit einer Tasse Tee, ruhiger Musik und vielleicht einer Duftkerze (und hast dafür gesorgt, dass jemand anderes die Kinder bespaßt und dich auch sonst keiner stört). Nun gehst du die Irgendwann-Liste von oben bis unten durch. Bei jedem einzelnen Punkt fragst du dich:

  1. Fühlt sich das immer noch so spannend/gewinnbringend/motivierend an wie zum Zeitpunkt, als ich es aufgeschrieben habe?
  2. Ist das hier noch richtig oder ist die Idee längst auf eine To-Do- oder Projektliste gewandert?
  3. Weiß ich noch, was ich mit dieser Notiz gemeint habe/was ich machen wollte?

Beantwortest du eine dieser Fragen mit „nein“, fliegt die jeweilige Idee von deiner Liste. So gehst du sicher, dass du auf dieser Liste keine Karteileichen hortest, sondern wirklich Ideen und Vorhaben, die einfach nur auf ihre Zeit warten.

Arbeite mit (mehreren) monothematischen Irgendwann-Listen

Für noch mehr Übersichtlichkeit kannst du auch mit mehreren Irgendwann-Listen arbeiten. So mache ich das. Hätte ich alles auf einer Liste, wäre mir die Gefahr zu groß, dass tolle Ideen untergehen. Außerdem mag ich Listen nicht, auf denen noch unangetastete Ideen zwischen vielen gestrichenen und verschobenen stehen – auch hier, weil ich Angst habe, dass etwas untergeht. Dieses letzte Problem hast du nicht, wenn du digital arbeitest. Das ist nur einfach nicht meins.

Ich habe stattdessen die Ideen meiner Irgendwann-Liste irgendwann mal geclustert, also in unterschiedliche Kategorien aufgeteilt. Und jede (größere) Kategorie hat dann eine eigene Irgendwann-Liste bekommen. So gibt es bei mir zum Beispiel eine Liste mit Themenideen für die Zeitplanerin, ohne dass die schon für ein konkretes Format oder ein Veröffentlichungsdatum vorgesehen wären. Außerdem habe ich eine Wunschliste mit Dingen, die ich mir kaufen oder die ich lernen oder erleben möchte. Auch die Geschenkideen für meine Lieblingsmenschen, Bücher, die ich lesen will, und Produkte, die ich als Zeitplanerin mal anbieten könnte (oder eben auch nicht), haben jeweils eigene Listen (oder Mindmaps).

Aber Achtung: Je mehr Listen du hast, desto größer ist natürlich die Gefahr, dass du einzelne aus den Augen verlierst – vor allem, wenn du sie in unterschiedlichen Apps oder mehreren Notizbüchern verteilst. Mach also nicht mehr Listen als nötig (auch wenn es so ungeheuer befriedigend ist 😉) und vor allem: Führ sie alle an einem einzigen Ort!

Übernimm pro Monat mindestens eine Idee von der Irgendwann- auf die To-Do-Liste

Wenn du deine Irgendwann-Liste mindestens einmal im Monat durchgehst, kannst du diese Gelegenheit auch gleich nutzen, um zu entscheiden, welche Idee davon du im neuen Monat (oder der neuen Woche, wenn du so viel schaffst) angehen willst. Schreib Sie auf deine To-Do-Liste oder in deine Monatsziele (und vergiss nicht, sie gleichzeitig von der Irgendwann-Liste zu streichen).

Jetzt überlegst du dir eine einzige konkrete Aufgabe im Zusammenhang mit dieser Idee und die planst du dir fest ein. Wichtig: Wenn du eine Idee von der Irgendwann-Liste in die To-Do-Liste übernimmst, heißt das nicht, dass du diese Idee abschließend bearbeiten musst. Es bedeutet nur, dass du dich aktiv damit beschäftigst, damit tolle Ideen nicht jahrelang vor sich hin schimmeln, bis du endlich dazu kommst (oder, viel wahrscheinlicher, eben auch nicht).

Als kleine Inspiration habe ich hier ein paar Ideen, wie dein To Do für die Idee aussehen könnte, die es von der Irgendwann- auf die To-Do-Liste schafft:

  1. Prüfen, ob es einen Markt für die Idee gibt (Konkurrenzanalyse).
  2. Mindmap mit konkreten Assoziationen und Ideen als Brainstorming zur Idee anlegen.
  3. Recherchieren, was ich bräuchte, um die Idee umzusetzen (finanziell, rechtlich, kreativ, technisch, in Sachen Motivation…).

Es geht einfach nur darum, die Ideen nicht vergammeln zu lassen. Dafür sind sie viel zu schade. Deshalb beschäftige dich damit – und wenn dabei herauskommt, dass sie doch nichts ist, was du umsetzen möchtest, ist das auch in Ordnung. Dann kannst du sie aber guten Gewissens ziehen lassen und sie kostet weder unnötig Aufmerksamkeit noch besetzt sie Platz auf deiner Irgendwann-Liste.

Alternative zur Irgendwann-Liste: das Ideenbuch

Du sprudelst nur so über vor Ideen und magst nicht nur Stichpunkte, sondern gleich eine grobe Skizze notieren? Dann wähl bitte keine einfache Irgendwann-Liste. Die wird mit so viel Inhalt von Anfang unübersichtlich und es macht keinen Spaß mehr, mit ihr zu arbeiten. Schau dir stattdessen mal das Projektbuch von Sandra Reekers an. Ich denke, das könnte genau das richtige Werkzeug für dich sein!

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