3 Techniken für deine Jahresplanung

Morgen ist das Jahr vorbei. Spätestens jetzt wird es Zeit, die Planung für 2022 anzugehen. Wenn du jetzt aktiv die Grundpfeiler setzt, hast du die Kontrolle darüber, wie sich dein Jahr entwickelt. Zumindest ein Stückchen. Ich zeige dir hier drei unterschiedliche Methoden, wie du deine Jahresplanung angehen kannst.

Für mich kommt Planung immer im Paket mit Reflexion. Indem ich mir bewusst mache, was in der vergangenen Zeitperiode gut funktioniert hat und was nicht, kann ich in der Planung die Weichen so stellen, dass die Dinge im besten Fall (noch) besser laufen. Deshalb beinhalten die drei Methoden alle einen Reflexionsteil. Wenn du das gar nicht magst, kannst du aber auch direkt bei „Planung“ einsteigen.

Jahresplanung für Minimalisten

Du willst so wenig Zeit wie möglich für deine Jahresplanung aufwenden und brauchst vor allem einen Überblick über die harten Fakten? Dann ist die Jahresplanung für Minimalisten vielleicht genau dein Ding. Reflexion und Planung bestehen aus jeweils drei Fragen. Hast du die beantwortet und die Antworten umgesetzt, bist du fertig:

Reflexionsteil:

  1. Was war gut im vergangenen Jahr?
  2. Was war schlecht im vergangenen Jahr?
  3. Was ändere ich im neuen Jahr, um bessere Ergebnisse zu bekommen?

Planungsteil:

  1. Was ist mein Jahresziel für das neue Jahr?
    Achtung: Als Faktenmensch brauchst du konkrete Ziele, bei denen dir sofort klar ist, wann du sie erreicht hast. Formulier dein Ziel also nach der SMART-Methode, also spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert.
  2. Welche Termine stehen schon fest?
    Alle Termine, die schon jetzt feststehen, trägst du in deinen Kalender für das kommende Jahr ein. So können Sie dir nicht mehr durchrutschen und du schlägst damit schon mal ein paar Pfähle ein, um die sich dein restliches Zeitmanagement arrangieren kann.
  3. Welche Meilensteine müssen wann erreicht sein?
    Ebenso wie Termine hast du vielleicht fixe Projektziele. Gerade bei großen, langen Projekten ist es sinnvoll, Meilensteine festzulegen. Das sind Zwischenziele, die zu einem festen Termin erreicht sein müssen, damit du dein Gesamtprojekt garantiert rechtzeitig fertig stellst. Trag dir diese Meilensteine also wie deine Termine schon jetzt fix im Kalender ein.

    Gleiches gilt für einmalige Aufgaben, von denen du jetzt schon weißt, dass sie anstehen. Hochzeitstag und du schenkst immer Pralinen? Dann trag dir ein paar Tage vorher ein, dass du die besorgen willst. Du hast einen Bewohner-Parkausweis, der jährlich verlängert werden muss? Trag dir diese Aufgabe ein bis zwei Wochen vor Ablauf der Frist in den Kalender ein!

Jahresplanung für Kreative und Freigeister

Wenn du gerade meine Vorschläge für Minimalisten gelesen und dich vor Abscheu geschüttelt hast 😉, kommen hier die richtigen Ideen für dich. Freigeister und Kreative fühlen sich von ZeitMANAGEMENT oft eingezwängt und in ihrer Kreativität beschnitten. Doch letztlich ist es nur eine Frage der passenden Tools und schon hast auch du Spaß am Reflektieren und Planen!

Reflexionsteil:

  • Methode 1: Assoziatives Schreiben
    Stell dir eine Uhr auf 10 Minuten und nimm dir einen Schmierzettel und einen Stift, mit dem du gut länger schreiben kannst. Sobald die Uhr läuft, schreibst du drauf los und setzt den Stift nicht mehr ab, bis der Timer abgelaufen ist. Schreib alles auf, was dir spontan in den Kopf kommt. Die Sätze müssen weder Sinn ergeben, noch logisch aufeinander folgen und schon gar nicht grammatisch oder orthografisch korrekt sein. Hast du einen Moment, in dem dein Gehirn blank ist, mal Kringel auf das Blatt, bis wieder ein Gedanke auftaucht. Setz den Stift nicht ab! Diese Art zu Schreiben wird auch therapeutisch genutzt, aber wir wollen es in eine bestimmte Bahn lenken, deshalb gebe ich dir einen gedanklichen Ausgangspunkt, eine Frage, die deine Assoziationskette anstoßen soll. Sie lautet: Wie fühlte sich 2021 für mich an?
  • Methode 2: Collage
    Wenn du eher ein visueller, künstlerischer Typ bist, kannst du die Jahresreflexion auch als Collage gestalten. Nimm auch du die Frage „Wie fühlte sich 2021 für mich an?“ als Ausgangspunkt und such dafür Bilder, Headlines, Zitate, mach Skizzen, ergänz Symbole, schneide, reiße, klebe, arrangiere, gestalte.

Planungsteil:

Als Freigeist tust du dich schwer, mit konkreten Zielen zu arbeiten, vor allem für einen vergleichsweise langen Zeitraum wie ein ganzes Jahr. Doch Ziele bieten dir Leitplanken, die verhindern, dass du dich in deinen 1000 fantastischen Ideen gnadenlos verzettelst, wenn das Jahr voran schreitet. Hier kommen deshalb zwei neue Ansätze, Ziele zu definieren, mit denen du vermutlich besser arbeiten kannst:

  • ABC-Ziele setzen. Auch als Freigeist kannst du mit Zielen arbeiten. Die SMART-Methode wird sich für dich aber vermutlich zu eng, zu einschränkend anfühlen. Du möchtest mehr Flexibilität, auch in den Zielen. Deshalb empfehle ich dir die ABC-Methode. Fang von hinten an, der wichtigste Teil für dich sind die C-Ziele. Das sind die (scheinbar) unrealistischen Fantastereien, auf die „normale“ Menschen immer antworten: „Werd erwachsen!“ Das sind genau die Ziele, die du dir regelmäßig in den buntesten Farben ausmalen und sie wirklich fühlen musst, denn sie lösen in dir genau das Übermaß an Begeisterung aus, dass dich das Jahr über bei der Stange hält. Aus dem C-Ziel kannst du dann deine ganz konkreten A- und B-Ziele ableiten.
  • Prioritäten statt Ziele. Wenn du mit Zielen so gar nichts anfangen kannst, weil dein Gehirn darauf mit Ablehnung reagiert (Viel zu Management!), hilft es vielleicht in anderen Kategorien zu denken. Frag dich also nicht, was du im kommenden Jahr erreichen willst (Ziel), sondern wie es sich anfühlen soll (Priorität). Wie willst du sein, wie soll dein Leben/dein Job sein? Setz also keine Ziele, sondern Prioritäten.
    Meine Priorität für 2022 lautet zum Beispiel „Sei ein guter Mensch“. Es erinnert mich daran, dass ich offener, zugänglicher, liebevoller mit mir und meinen Mitmenschen umgehen will, aber auch daran, dankbar zu sein für das sichere, privilegierte Leben, das ich habe, ohne dass ich dafür viel tun musste (einfach nur, weil ich das Glück hatte, in Deutschland und eine stabile Familie geboren worden zu sein).
  • Für Visuelle und Künstler: Vision Board. Wie im Reflexionsteil kannst du deine Begabung zur Gestaltung auch für die Planung nutzen. Statt Ziele oder Prioritäten aufzuschreiben, halt sie in einem Vision Board fest. Zeig hier also durch Bilder, Zitate, Text, Symbole usw., was das kommende Jahr für dich bringen soll, was du erreichen, erleben, fühlen willst.

Hast du Ziele oder Prioritäten festgelegt, hast du sozusagen den Ton für das neue Jahr vorgegeben. Geh nun die Monate durch und trag ein, was bereits an Terminen und Aufgaben (Deadlines) feststeht – aber frag dich bei jedem Eintrag, ob das wirklich zu deinen Zielen/Prioritäten passt. Wenn nein, überleg, ob du es streichen oder delegieren kannst. Damit schaffst du dir freie Slots für die kreativen, befriedigenden Tätigkeiten, die auf deine Prioritäten einzahlen. Und für alle Aufgaben, die du trotzdem selbst machen MUSST, gilt: Für jede dieser Aufgaben trägst du dir gleichzeitig eine weitere Aufgabe im Kalender ein, die eine reine Lustaufgabe und deine Belohnung ist.

Jahresplanung für Detailverliebte 

Wenn du ein bisschen tiefer reingehen möchtest, kannst du dir einen eigenen, individuellen Fragenkatalog anlegen – sowohl für die Reflexion, als auch für die Planung. Das funktioniert am besten, wenn du dir jedes Jahr dieselben Fragen stellst, denn so schaffst du Vergleichbarkeit und kannst sehr genau nachvollziehen, wie du dich veränderst, was du schaffst und welche Wünsche und Bedürfnisse du im Laufe der Zeit entwickelst und dir erfüllst.

Die folgenden Fragen teste ich derzeit, aber sie sind lediglich Inspirationen. Versuch herauszufinden, was dir wichtig ist. Welche Bereiche deines Lebens möchtest du besser in den Blick nehmen? Welche Teile deiner Persönlichkeit möchtest du weiterentwickeln? Was möchtest du erleben, was erreichen?

Hier kommen meine aktuellen Fragen für dieses Jahr:

Reflexion Goodbye 2021:

  • Was waren meine persönlichen Highlights 2021?
  • Welche Fehler habe ich dieses Jahr gemacht?
  • Was habe ich dieses Jahr gelernt?
  • Wofür bin ich in diesem Jahr wirklich dankbar?
  • Wie fühlt sich 2021 jetzt im Rückblick an?

Planung Hello 20222:

  • Was will ich aus dem vergangenen Jahr behalten?
  • Was will ich loslassen?
  • Was will ich ändern?
  • Was will ich 2022 lernen?
  • Wie will ich mich am 31.12.2022 fühlen?

Die Antworten auf dieses Fragen sind die Leitplanken für mein neues Jahr. Im nächsten Schritt frage ich mich, was ich tun kann, um die Ziele zu erreichen. Ich will zum Beispiel einen freien Handstand lernen. Also recherchiere ich, wie man das macht und schreibe mir die einzelnen Schritte auf, suche einen Kurs und setze mir einen Termin, zu dem ich das erreicht haben will. So gehe ich mit allen Punkten um, die ich aufgeschrieben habe.

Neben diesen Punkten trage ich natürlich auch bereits feststehende Aufgaben und Termine in meinen Kalender ein. Aber das ist fast Nebensache. Die Hauptarbeit meiner Jahresplanung liegt in diesen Fragen – und in der Verpflichtung, diese Seite in meinem Bullet Journal mindestens zu jeder Monatsplanung wieder anzusehen, um sicherzugehen, dass ich diese Leitplanken nicht aus den Augen verliere.

Wie machst du deine Jahresplanung? Gehört Reflexion auch bei dir zur Routine? Erzähl mir gern von deinen Erfahrungen und den Tools, die du benutzt!

anitaweiss

Mein Name ist Anita Weiß und ich bin die Königin der Pläne. Es gibt nur eine Sache, die ich noch mehr liebe als Pläne: neue Pläne 😉. Selbst- und Zeitmanagement kann nur funktionieren, wenn du dir deinen ganz eigenen, individuellen Werkzeugkasten zusammenbaust. Und zwar immer wieder neu. Und deshalb gibt es jetzt die „Zeitplanerin“. Du findest bei mir eine Sammlung nützlicher Instrumente und Methoden und jede Menge persönlicher Empfehlungen rund um Selbstorganisation, Selbst- und Zeitmanagement.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.