Fang endlich an! Was gegen das Aufschieben wirklich hilft

Der mit Abstand schwerste Teil einer ungeliebten Aufgabe ist immer der Anfang. Ich brauche manchmal länger, um mich vom Anfangen zu überzeugen, als ich dann für die ganze Aufgabe brauche. Deshalb bekommst du heute jede Menge bewährte Tipps, die dir das Anfangen erleichtern können.

Vor ein paar Jahren hatte ich von einer Uni den Auftrag Schulungsunterlagen für die Ausbildung von zukünftigen Journalisten und PR-Profis in einem nordafrikanischen Land zu entwickeln. Ich arbeitete damals als freie Journalistin und Trainerin und hatte schon viele Seminare gegeben, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Unternehmen medien-fit zu machen. Die Erstellung der Online-Schulungsunterlagen war super. Ich hab das total genossen. Doch dann sollte ich diese Unterlagen auf englisch übersetzen. Das war also keine kreative Eigenleistung mehr, sondern stupides Übersetzen von über 100 Seiten. Ich fand das sterbenslangweilig (und DeepL gab es damals leider noch nicht) und schob die Aufgabe deshalb von Tag zu Tag und von Woche zu Woche vor mir her. Am Ende musste mein Mann mitübersetzen, weil ich so spät angefangen hatte, dass ich sonst die Deadline niemals hätte halten können.

Diese 3 Lektionen musst du lernen, um endlich anzufangen

Das war das erste und einzige Mal, dass meine Prokrastination mich derart in Schwierigkeiten gebracht hat. Danach habe ich nach Methoden und Tricks gesucht, um mir das Anfangen zu erleichtern. Die funktionieren alle nicht immer und nie perfekt. Ich mag den Kitzel einer nahen Deadline – ich WILL also gar nicht alles entprokrastinieren ;-). Deshalb wird aus mir nie die Person, die sechs Wochen vorher mit dem ersten Meilenstein beginnt, wenn die Aufgabe auch in drei Tagen zu schaffen ist. Aber ich habe 3 Dinge gelernt, die ich für überlebenswichtig halte, damit das Aufschieben nicht zur riesigen Belastung wird:

  1. Ich habe gelernt, meine Arbeit, meine Arbeitsweise und damit die Zeit, die ich für bestimmte Aufgaben brauche, korrekt einzuschätzen.
  2. Ich habe gelernt, Puffer zu einem festen Bestandteil meiner Zeit- und jeder Projektplanung zu machen.
  3. Ich habe gelernt, mich und meine Begeisterungsfähigkeit so weit zu zügeln, dass ich nicht 10 Projekte gleichzeitig anfange, weil ich sie so spannend finde (sondern nur 5 ;-)).

Darüber hinaus arbeite ich manchmal mit Fake-Deadlines. Das heißt, ich setze mir eine persönliche Deadline, die ein paar Tage oder Wochen vor der eigentlichen Deadline liegt. Ich finde es selbst ein bisschen eigenartig, dass das tatsächlich funktioniert, denn ich WEISS ja, dass die echte Deadline später ist. Aber wenn ich diese Fake-Deadlines im Kalender eingetragen habe, ist sie irgendwie auch in meinem Gehirn in Stein gemeißelt und motiviert mich tatsächlich, die notwendigen Aufgaben entsprechend früher anzugehen.

Meine Start-Routine gegen die Prokrastination

Für den Alltag, also die Allerweltsaufgaben, für die du dir nicht extra eine Deadline setzt, hilft das allerdings nicht. Gerade diese nicht dringenden Aufgaben nerven aber fürchterlich, wenn du sie immer weiter vor dir herschiebst. Um hier ins Anfangen zu kommen, kann es helfen, wenn du die eine Start-Routine aufbaust. Also immer dieselben Dinge tust, um Kopf und Hirn zu signalisieren: Wir fangen jetzt gleich an zu arbeiten.

Ich erkläre dir jetzt kurz, wie meine aktuelle Start-Routine aussieht – und hab danach noch jede Menge Tipps meiner Instagram-Community für dich (Werde gern auch ein Teil davon!)

  1. Ich räume meinen Schreibtisch leer. Wenn ich anfange zu arbeiten, sind dort nur noch: Laptop und Monitor, Kaffee und Wasser (oder Tee) und alles, was ich für die jeweilige Aufgabe brauche. Selbst meine Deko, also zum Beispiel mein Hochzeitsbild, räume ich weg, weil es mich ablenkt.
  2. Ich hole mir etwas Frisches zu trinken – meiste Kaffee, manchmal Saft, Tee oder eine neue Karaffe Wasser mit Zitronenscheiben.
  3. Ich mache mir ein Ambience-Video, eine Playlist mit Konzentrationsmusik oder Binaural Beats an (abhängig von der Aufgabe und meiner Tagesform).
  4. Ich zünde eine Duftkerze an (aktuell Rosmarin-Minze, weil beides die Konzentration fördert).
  5. (inzwischen schon wieder abgeschafft – warum hörst du in der Podcast-Folge) Ich mache eine kurze 1-Minuten-Meditation (im Schreibtischstuhl gerade hinsetzen, bewusst atmen und visualisieren, was ich tun will und wie es sich anfühlen wird, wenn ich es geschafft habe).

Bau dir deine eigene Routine, um ins Tun zu kommen – mit diesen Ideen

Meine Routine enthält keine Elemente, die für dich funktionieren? Dann wirst du vielleicht in der folgenden Liste fündig. Sie umfasst Elemente, die mir schon geholfen haben, momentan aber kein Teil meiner Start-Routine sind, vor allem aber umfasst sie Ideen meiner Community:

  • Kleinstmöglichen Schritt überlegen und (nur) mit dem anfangen
  • Meilensteine setzen
  • Accountability-Partner suchen (super Tipp!!!!)
  • Ziel visualisieren für ein starkes Warum
  • 5-Sekunden-Regel anwenden
  • Motivierenden/positiven Punkt in der Aufgabe finden
  • Belohnung überlegen fürs Durchziehen
  • Erst ein paar andere Mini-Aufgaben erledigen, um Momentum aufzubauen und dann anfangen mit der Hauptaufgabe
  • Timeboxing/Lernplan an- und sichtbar auslegen
  • Kaffee kochen
  • Maßbarkeit herstellen (wann habe ich erfolgreich angefangen?)
  • „Ich darf“ statt „Ich muss“
  • Mit jemandem zur Erledigung der Aufgabe verabreden
  • In schöner Umgebung starten, nicht am Schreibtisch
  • Aus der Aufgabe eine Challenge machen (jeden Tag ein Stück – und die Kette darf nicht abreißen)
  • Pomodoro-Technik verwenden
  • 8-Minuten-Regel verwenden
  • Instrumentale Filmmusik anmachen
  • „einschreiben“ (wenn es eine Schreibaufgabe ist) – einfach drauflos, muss nichts mit dem echten Thema zu tun haben.

Und jetzt fehlt in dieser Aufzählung nur noch DEIN ultimativer Tipp. Was hilft dir gegen Aufschieberitis? Mit welchen Tricks kommst du ins Tun? Verrat es mir gern in den Kommentaren oder auf Instagram!

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