Boykottieren Glaubenssätze dein Zeitmanagement?

Boykottieren Glaubenssätze dein Zeitmanagement?

Jeder kann Struktur in sein Leben bringen. Dafür brauchst du keine besondere Kompetenz. Du musst das System und die Methoden finden, die zu dir passen. Und du musst die kleinen Teufel in deinem Unbewussten ausschalten, die dich boykottieren: negative Glaubenssätze.

Wenn du Schwierigkeiten hast, deine Zeit vernünftig einzuteilen, heißt das nicht, dass du unfähig bist. Jeder kann sich selbst organisieren. Du brauchst Tools, die zu dir passen, ein bisschen Disziplin – und Vertrauen in dich selbst. Doch wir schleppen alle Glaubenssätze mit uns rum. Sätze, die in frühester Kindheit entstanden sind und unser Bild von uns, unserem Können, unserem Wert und der Welt, in der wir leben, bestimmen. Diese Sätze können dich stärken, aber genauso gut können sie dich einschränken – auch wenn es um dein Zeit- und Selbstmanagement geht.

Wenn dir bewusst ist, welcher Glaubenssatz dich behindert, ist das der erste Schritt, dich davon zu lösen. Schau doch mal, ob du dich in den folgenden Sätzen wiedererkennst (und ob du mit den Tipps dazu dein Zeitmanagement vielleicht ganz entspannt in den Griff bekommst):

Ich muss perfekt sein.

Dieser Glaubenssatz sorgt dafür, dass du nie fertig wirst, weil du immer noch Verbesserungspotenzial siehst. Deshalb hast du vielleicht Schwierigkeiten, deine Deadlines einzuhalten. Oder du fängst oft erst viel zu spät an, weil du immer das Gefühl hast, es ohnehin nicht gut genug machen zu können.

Das Problem: Du kannst Perfektionismus nicht einfach abschalten. Leider. Also musst du ihn austricksen, wenn es um dein Zeitmanagement geht.

Die Lösung in Sachen Zeitmanagement: Pareto-Prinzip, Time Boxing

Wenn es gut sein soll, mach es selbst.

Dieser Glaubenssatz sorgt dafür, dass du auch Dinge selbst erledigst, die andere besser und schneller erledigen könnten. So fehlt dir Zeit für die Dinge, die dich wirklich weiterbringen. Ein enger Verwandter des Perfektionismus-Glaubenssatzes (und genauso anstrengend).

Das Problem: Delegieren heißt loslassen und vertrauen, dass andere die Dinge gut (oder zumindest gut genug) machen. Das kannst du trainieren, aber von heute auf morgen wird das nicht funktionieren. In Sachen Zeitmanagement kannst du aber mit den richtigen Instrumenten gut gegensteuern.

Die Lösung in Sachen Zeitmanagement: Eisenhower-Matrix oder ABC-Methode

Die anderen sind wichtiger als ich.

Dieser Glaubenssatz sorgt dafür, dass du nie „Nein“ sagst, wenn jemand dich um etwas bittet. Damit übernimmst du ständig die Arbeit anderer – und die Dinge, die für dich wichtig sind, bleiben auf der Strecke.

Das Problem: „Nein“ zu sagen weckt tief sitzende Ängste in dir. Vielleicht fürchtest du, dass die anderen sich von dir abwenden, dich arrogant finden und du am Ende allein dastehst. Diese Angst zu überwinden, ist schwierig.

Die Lösung: Hier hilft nur, gute Erfahrungen zu sammeln. Beginne im Kleinen, das „Nein“-Sagen zu üben. Nimm also Situationen, in denen es um nichts geht. Wenn dir auch das zu schwer fällt, mach einen Zwischenschritt: Sag nicht gleich „Nein“, aber auch nicht sofort „Ja“. Du kannst zum Beispiel erklären, dass du erst deine eigene To-Do-Liste abarbeiten musst und gern Bescheid gibst, wenn du dann noch freie Kapazitäten hast, um zu helfen.

Ich bin eben ein kreativer Chaot.

Dieser Glaubenssatz verhindert, dass du überhaupt erst anfängst, dich zu organisieren. Gefällst du dir vielleicht als kreatives Genie, dass das Chaos beherrscht? Oder haben früher immer andere dein Leben mitorganisiert und dir eingeredet, dass es so schneller oder besser ginge, als wenn du das selbst machen würdest?

Das Problem: Wenn du deine Aufgaben und Termine auch im Chaos im Griff hast, musst du nichts ändern. Wenn dir aber immer wieder eine Deadline durchrutscht oder dich dein eigenes Chaos stresst, brauchst du eine Lösung.

Die Lösung in Sachen Zeitmanagement: Such dir Zeitmanagement-Tools, die Planung und Kreativität verbinden und dir maximale Flexibilität bieten, zum Beispiel das Bullet Journal.

Struktur engt mich ein.

Dieser Glaubenssatz hat dieselbe Wirkung wie der vorherige. Aus Angst um deine Freiheit verweigerst du dich jeder Art von Zeit- und Selbstmanagement.

Das Problem: Weil du nicht planst und dein Zeug auch nicht organisierst, suchst du ständig – nach deinem Material, aber auch nach den wichtigsten To Dos und Terminen.

Die Lösung in Sachen Zeitmanagement: Mach dir klar, dass mehr Struktur in den Aufgaben und Routinen dich nicht einengt, sondern dir – im Gegenteil – mehr Freiheit für die Dinge schenkt, die dir wirklich wichtig sind. Vielleicht hilft dir die Erkenntnis, dass Zeitmanagement individuell und flexibel ist. Du musst nicht jede Minute deines Tages verplanen und hundert Listen fühlen, wenn sich das für dich einengend anfühlt. Such dir ein Minimum an Tools – nur die, die du wirklich brauchst, etwa Eat the frog.

Ich habe keine Zeit für sowas.

Dieser Glaubenssatz sorgt dafür, dass du einige Dinge ständig vor dir herschiebst, sie vergisst, zu spät oder zweimal anfängst – und diese irgendwann zu einem riesigen Stressfaktor werden.

Das Problem: Klar, wenn du deinen Tag nicht planst, sparst du erstmal Zeit. Aber diese Zeit musst du im Laufe des Tages doppelt und dreifach investieren – nämlich, wenn du mühsam zusammensuchst, was du als nächstes tun solltest oder weil du Dinge einschieben musst, die dir durch deine Nicht-Planung durchgerutscht sind.

Die Lösung in Sachen Zeitmanagement: 2-Minuten-Regel oder Pomodoro.

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